Solarhersteller Conergy stellt Handel mit Aktien ein

Das einst so erfolgreiche Solarunternehmen Conergy hat den Kampf am Markt verloren und wird sich schon bald vollends von der Börse zurückziehen. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Die Zeiten am Energiemarkt sind schwer, diese Bilanz musste vor allem der Sektor um erneuerbare Energien so wie Solarpanelhersteller immer wieder ziehen. Zu den größten Pionieren in dieser Branche gehörte neben dem Unternehmen Solarworld auch die Conergy AG aus Hamburg. Doch der Konzern gab vor kurzem bekannt, dass er das Geschäft an der Börse vollständig einstellen möchte.

Der zunehmend massive Preisverfall am Solarmarkt setzte das Unternehmen schon seit längerem unter Druck. Bereits im Sommer dieses Jahres hatte die Conergy AG daher den Beginn des Insolvenz-Verfahrens beantragt und beinahe zeitgleich die Produktion in den Frankfurter Werken komplett eingefroren.

Conergy-Aktie: Insolventes Unternehmen verlässt die Börse

Bekannt wurde die Conergy AG in der großen Aufbruchsstimmung am Solarmarkt. Der Konzern entwirft und produziert Solarmodule, Wechselrichter, Überwachungssysteme und Gestellsysteme und befand sich damit im Zentrum der politisch angekündigten Energiewende.

Seit 2007 ging es mit der Conergy-Aktie allerdings trendmäßig nur noch bergab. Zunächst wurde mehrfach von finanziellen Engpässen berichtet, dann tauchten zunehmend Nachrichten über juristische Schwierigkeiten auf.

Angeprangert wurden Verdachtsmomente im Hinblick auf manipulierte Aktienkurse, gefälschte Unternehmenszahlen sowie illegaler Insiderhandel.

Der Ruf von Conergy wurde infolgedessen stark beschädigt und die Anleger verloren das Vertrauen in den einstigen Branchenprimus. Dies wiederum war selbstverständlich Gift für die Conergy-Aktie.

Das Papier, das erstmals vor 8 Jahren an die Börse gebracht worden war, hatte zu den Hochzeiten einen Kurs von rund 110 Euro pro Aktienanteil. Aktueller Kurs heute: 0,015 Euro.

Alleine ist Conergy mit seinen Problemen allerdings kaum. Auch Unternehmen wie Q-Cells, Solon oder Solarworld gehörten zu den Spitzenreitern des neuen Ökostroms und müssen mittlerweile ums Überleben kämpfen.

Fortbestehen mithilfe neuer Investoren

Im Augenblick richten sich alle Hoffnungen der Unternehmensleitung auf einen externen Investor, mit dessen Hilfe man den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten könnte.

Der amerikanische Konzern Kawa hatte bereits im Sommer seine Absicht bekundet, große Teile der Conergy AG zu übernehmen und weiterzuführen, mittlerweile ist der Deal in trockenen Tüchern. Im Besonderen betrifft dies die Vertriebsaktivitäten. Sogar der Markenname soll aller Angeschlagenheit zum Trotz angeblich fortbestehen.

Auch die chinesische Solarfirma Astronergy, ein Tochterunternehmen der chinesischen Chint-Group, übermittelte vergangene Woche ein Angebot. Dabei geht es um den Kauf der Produktionsstätte in Frankfurt.

Astronergy plant, das Werk nach eingehenden Neustrukturierungen weiterzuführen und dabei einen Großteil der dortigen Arbeitsplätze zu erhalten. In Frankfurt sind insgesamt 280 Mitarbeiter beschäftigt.

Astronergy gab an, durch seine Übernahme davon rund 200 Verträge sichern zu können. Für viele Branchenexperten scheint klar zu sein, dass die Conergy-Leitung auch dieses Angebot annehmen wird.

Conergy

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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