Solarworld-Aktie könnte von den Restrukturierungsmaßnahmen profitieren

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Die Solarworld-Aktie musste in den letzten Jahren harte Verluste einstecken. Von 3.500 Euro rutschte der Wert einer Aktie auf 40 Euro. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Solarworld-Aktie steht schwer unter Druck

Die goldenen Zeiten des Solarstromtechnologiekonzerns  Solarworld sind definitiv vorbei. Das Unternehmen rund um den Sonnenkönig Frank Asbeck musste in den letzten Jahren harte Rückschläge einstecken und konnte nur dank eines Schuldenschnitts der Insolvenz entgehen.

Anfangs ein Vorreiter in Deutschland auf dem Gebiet der Photovoltaik, musste sich Solarworld der billigeren Konkurrenz aus Fernost geschlagen geben. Chinesische Solarenergie-Lösungen sind aufgrund der niedrigeren Preise in Deutschland immer beliebter geworden, was den Umsatz von Solarworld stark gedrückt hat.

Von 3.500 Euro, so der Wert einer Aktie noch vor fünf Jahren, stürzte der Kurs auf 38 Euro ab. Dieser immense Einbruch bedeutet unglaubliche Verluste für alle Aktionäre, die nicht schon frühzeitig abgesprungen sind. Bei rund 40 Euro notiert das Solarworld-Papier zum Wochenstart – drei Tage vor der Veröffentlichung der endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2013.

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Verschiedene Restrukturierungsmaßnahmen zur Sanierung des Konzerns

Im Februar wurde klar, dass Solarworld zunächst eine Kapitalherabsetzung im Verhältnis von 150:1 machen wird, um das Kapital dann anschließend wieder zu erhöhen. In diesem Zusammenhang wurden vom Unternehmen neue Aktien ausgegeben. Durch den Neustart entledigte sich der Konzern von Schulden, deren Zinslast auf keinen Fall hätte bewältigt werden können. Von rund 1 Mrd. Euro konnte die Schuldenlast um 570 Mio. Euro auf 430 Mio. Euro reduziert werden. Von den Aktionären und Gläubigern war dieses Verfahren abgesegnet worden.

Mit einer geringeren Verschuldung will Solarworld nun wieder angreifen und plant für 2014 einen starken Anstieg beim Absatz von Solarmodulen und Bausätzen, wenn auch das operative Geschäft noch rote Zahlen schreiben wird. Doch schon für 2015 rechnet der Konzern wieder mit einem positiven EBIT und will 2016 sogar wieder ein Umsatzvolumen von mehr als einer Mrd. Euro erreichen. Allerdings gilt es trotz allem Optimismus vorsichtig zu bleiben, denn die Solarenergie-Branche war bisher kein Steckenpferd für Kalkulierbarkeit und Kontinuität.

Geschäftsbericht und Bilanzpressekonferenz am Donnerstag

Am Donnerstag präsentiert der Konzern nun den Geschäftsbericht für das Jahr 2013 und hält im Anschluss noch eine Bilanzpressekonferenz in Bonn ab, die Anleger interessiert verfolgen sollten. Schließlich sind noch nicht alle Details zu den geplanten Restrukturierungsmaßnahmen bekannt.

Weltweit beschäftigt der Konzern rund 2100 Mitarbeiter und ist in acht Ländern mit insgesamt elf Standorten vertreten. In Hillsboro, Oregon in den USA und in Freiberg in Sachsen liegen die größten Fertigungsanlagen für Solarmodule, Solarwafer Solarzellen und Solarstromanlagen. Auch das Recycling dieser Produkte ist ein wichtiger Teil der Produktionskette. Der Grundstoff zur Herstellung aller Solarstromtechnologiekomponenten ist Silizium.

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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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