SolarWorld: Nur für Zocker geeignet

Erinnern Sie sich noch an die Zeit, in der die SolarWorld-Aktie der große Liebling der Anleger war? – Inzwischen hat sich das Bild gewandelt:

Das einstige Vorzeige-Unternehmen ist stark angeschlagen. Zum Schlimmsten – einer Insolvenz – ist es jedoch allen Unkenrufen zum Trotz nicht gekommen.

Immerhin gibt es jetzt sogar wieder Signale, die Hoffnung machen. Ein hochriskantes Investment bleibt die Aktie aber allemal.

Unternehmens-Portrait

Die SolarWorld AG zählt zu einem der führenden Solar-Konzerne weltweit.

Dabei verfügt SolarWorld über einen integrierten solaren Wertschöpfungs-Prozess – vom Rohstoff über den Wafer, die Zelle, das Modul bis hin zur fertigen, hochwertigen Solarstrom-Anlage.

Dem Unternehmen, in dem 3.300 Mitarbeiter beschäftigt sind, stehen auf allen Produktionsstufen Fabriken zur Verfügung, um den weiter expandierenden Solarmarkt umfänglich zu versorgen.

Darüber hinaus steuert man die Entwicklung der Solarstrom-Technologie nach eigenen Angaben auf allen Ebenen im eigenen Haus.

Quartalszahlen: Verlust reduziert

Mit Sorge wurden in der vergangenen Woche die Quartals-Ergebnisse erwartet. Diese fielen zwar, wie erwartet, tiefrot aus, doch der Konzern befindet sich wieder auf Kurs.

So konnte das Unternehmen seine Verluste in den letzten 3 Monaten deutlich verringern und vermeldet erste Erfolgsmeldungen bezüglich Umbau- und Sparprogramm.

In den ersten 3 Monaten des Jahres sank das Minus beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 28 Mio. €.

Im letzten Quartal des Jahres 2016 gab es diesbezüglich noch einen nahezu doppelt so hohen Verlust von 51 Mio. €.

Zudem konnte die Absatzmenge an Solarmodulen von 348 Megawatt auf 382 Megawatt gesteigert werden.

Bis 2019 soll die Gewinnzone erreicht werden

Damit setzt sich zahlenmäßig die „Minuszeichen-Phase“ weiter fort, doch es gibt Hoffnung: Im vergangenen Jahr sanken die Preise für Solarmodule auf Grund der chinesischen Überkapazitäten um rund 1/5.

SolarWorld hat darauf reagiert und ein Umbau- und Sparprogramm ins Visier genommen.

Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, bis zum Jahr 2019 wieder aus der Verlustzone zu kommen und sich verstärkt auf besonders hochwertige Solarmodule zu konzentrieren.

Diesbezüglich ist zudem ein Stellenabbau von rund 10% geplant.

SolarWorld-Aktie bleibt ein Zockerpapier

Auch wenn die Aussichten der Branche – nicht zuletzt wegen der unklaren Politik des amerikanischen Präsidenten Trump – eher unsicher sind, scheint die SolarWorld AG für die Herausforderungen der Zukunft besser gerüstet zu sein als in der Vergangenheit.

Der begonnene Umbauplan zeigt erste Erfolge, und nach über 99% Kursverlust in den vergangenen 10 Jahren ist das Erholungs-Potenzial natürlich groß.

Für eine deutliche Erholung braucht es allerdings stabile Rahmenbedingungen in der Branche, die in den vergangenen Jahren nicht gegeben waren.

Besonders die erhoffte Stabilisierung des Preisniveaus für Solarmodule bleibt ein Risikofaktor.

Sicherlich gibt es für Sie als Anleger bei SolarWorld viel zu gewinnen, aber auf der anderen Seite auch viel zu verlieren.

Die SolarWorld-Aktie bleibt mithin ein Zockerpapier.

3. Mai 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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