Solarworld schockt mit Insolvenz-Ankündigung

Erfahren Sie jetzt Details und Hintergründe zur Insolvenz-Ankündigung der Solarworld AG. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Das einstige deutsche Vorzeige-Unternehmen Solarworld, das seinen Hauptsitz in Bonn hat, kündigte gestern an, dass man einen Insolvenz-Antrag stellen müsse.

Solarworld kündigt Insolvenz an

Zwar konnte die Nachricht einen – sofern man sich ein wenig mit dem Konzern beschäftigt hat – kaum überraschen.

Dennoch war der Zeitpunkt für viele ein Schock – v. a. für die rund 3.000 Mitarbeiter des Unternehmens.

Wie Sie wissen, bin ich ein großer Fan des deutschen Mittelstands und zudem überzeugt davon, dass Familien-Betriebe auf längere Sicht oftmals bedeutend erfolgreicher sind als von „Fremdmanagern“ geführte.

Doch der Fall Solarworld zeigt Ihnen, dass es keinesfalls immer ratsam ist in deutsche Mittelständler zu investieren, die inhaber- oder familiengeführt sind.

So habe ich in meinem Börsendienst „Mittelstands-Depot“ die Solarworld-Aktie immer strikt gemieden.

Aufstieg und Fall des einstigen Börsen-Lieblings

Solarworld war einst der Überflieger der deutschen Börsen-Landschaft.

Und die Firma ist zugleich auch dafür verantwortlich, dass viele Anleger sehr schmerzliche Verluste erlitten haben und daher teilweise bis heute die Börse meiden.

In ihrer Glanzzeit notierte die Solarworld-Aktie bereinigt um alle späteren Kapitalmaßnahmen bei umgerechnet über 37.000 €.

Heute erhalten Sie für eine Solarworld-Aktie gerade noch 1,30 €; damit ist Solarworld einer der größten Geldvernichter der deutschen Börsen-Geschichte.

Probleme bereiteten dem einstigen Vorzeige-Unternehmen:

  • die Krise in der gesamten Solar-Branche (ab dem Jahr 2011),
  • die Billig-Angebote aus China,
  • eine Klage
  • und die überraschend gekürzten Subventionen.

Seit gestern ist klar, dass es keine positive Prognose mehr für den Fortbestand des Konzerns gibt.

Hintergründe der Insolvenz

Konkret teilte der Vorstand der Solarworld AG gestern in einer Pflichtmitteilung an die Börse mit:

Er sei nach umfassender Prüfung zu der Überzeugung gelangt sei, dass es keine positive Prognose für das Fortbestehen gebe, „die Gesellschaft damit überschuldet ist und somit eine Insolvenzantrags-Pflicht besteht“.

Der Vorstand werde vor diesem Hintergrund unverzüglich einen Insolvenz-Antrag beim zuständigen Amtsgericht stellen, hieß es weiterhin.

Noch Ende März dieses Jahres hatte Unternehmens-hef Frank Asbeck angekündigt mit einem scharfen Sparprogramm bis 2019 wieder aus der Verlustzone kommen zu wollen.

Mit „Qualität und Technologie“ wolle man sich vom asiatischen Wettbewerb absetzen, hieß es.

Mit dem Abbau von 400 Stellen und zahlreichen Einzelmaßnahmen sollten die Kosten um 20% verringert werden. Jetzt ist klar, dass es nichts geholfen hat.

Die rund 3.000 Angestellten von Solarworld blicken nun in eine ungewisse Zukunft.

Wie es jetzt konkret weitergeht und welche Auswirkungen die angekündigte Insolvenz der Solarworld AG im Detail haben wird, wird die Zukunft zeigen.

Abschließender Tipp

Wenn Sie sich für qualitativ hochwertige familien- oder inhabergeführte Mittelständler aus dem deutschsprachigen Raum interessieren, sollten Sie sich meinen Börsendienst „Mittelstands-Depot“ näher ansehen.

Denn darin finden Sie zahlreiche überaus erfolgreiche Empfehlungen aus diesem Sektor.

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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.