Solide Zocker-Aktie

Activision blizzard Logo RED_shutterstock_725602450_Casimiro PT

Computerspiele machen Alt und Jung Spaß. Eine Spieleschmiede hat es besonders gut drauf. Unsere Analyse. (Foto: Casimiro PT)

Auch wenn es für jemanden, der Mitten im Leben steht, einen Job hat, Familie und seine Freizeit gerne in der wahren Welt verbringt, etwas merkwürdig klingen mag: Computerspiele sind angesagt wie nie. Die immer komplexeren Welten laden dazu ein, abzutauchen und der Fantasie freien Lauf zu lassen. Vor allem Rollenspiele entführen und in ferne Zeiten und Welten. Aber auch viele andere Spiele haben Suchtfaktor und sind so komplex, dass man sich darin über Monate verlieren kann.

Für den schnellen Spaß zwischendurch gibt es aber auch Klassiker wie Autorennen oder Sportspiele. Die Spieleschmiede AcitivisionBlizzard hat sich vielseitig aufgestellt. Activision Blizzard ist ein Video- und Computerspieleentwickler aus den USA. Das Unternehmen entstand 2008 aus der Fusion von Activision mit der Videospieltochter des französischen Medienkonzerns Vivendi. 2016 wurde King Digital Entertainment übernommen.

Activision Blizzard ist in den Bereichen Action, Adventure, Sport, Rollen- und Strategiespielen tätig. Das Portfolio umfasst Spieleklassiker wie Call of Duty, World of Warcraft, StarCraft und CandyCrush.

Nicht jedes neue Spiel wird ein Hit

Nachdem die Erwartungen der Aktionäre jahrelang übertroffen wurden, sorgte Activision Blizzard mit einem schwachen Ausblick auf das 4. Quartal für einen Kursrutsch. Die Aktie notierte zweitweise 47% unter dem Jahreshoch. Grund für den Ausverkauf waren neben dem schwachen Gesamtjahresausblick auch rückläufige Zahlen im 3. Quartal.

Activision blizzard Logo RED_shutterstock_725602450_Casimiro PT

Activision Blizzard: Der große Konkurrent von Electronic ArtsActivision Blizzard und Electronic Arts dominieren den Video-Spielemarkt. Heute im Schlussgong-Portrait: Activision Blizzard. › mehr lesen

Insgesamt konnte Activision Blizzard in den ersten 9 Monaten jedoch Wachstum verzeichnen. Der Umsatz legte um 2,9% auf 5,1 Mrd $ zu. Dank der deutlich niedrigeren Steuerquote kletterte der Gewinn pro Aktie um 34,8% auf 1,51 $. Dieser Anstieg konnte aber nicht über die Tatsache hinwegtrösten, dass der Verkauf des Aushängeschildes Call of Duty: Black Ops 4 hinter den Erwartungen zurückblieb und vor allem die Verkaufszahlen des Vorgängers nicht übertreffen konnte.

Auch die Anzahl der monatlich wiederkehrenden Spieler ging um 2% auf 345 Mio zurück, und der angekündigte Ableger der Diabolo-Reihe Diabolo Immortal ist auf große Ablehnung innerhalb der Fangemeinschaft gestoßen.

Einfach und gut: Candy Crush

Positiv aufgenommen wurde hingegen die neue Version der Candy Crush Reihe Friends Saga. Diese nahm innerhalb von drei Wochen den 1. Platz der App-Downloads in 93 Ländern ein. Die In-Game-Verkäufe erreichten im 3. Quartal einen neuen Rekordwert mit 1,1 Mrd $, und die durchschnittliche tägliche Spielerzeit erzielte mit 52 Minuten ebenfalls einen neuen Rekord. Mit einer Dividendenrendite unter einem  Prozent ist die Aktie zwar nicht erste Wahl für uns, die prall gefüllte Pipeline neuer Games macht aber durchaus Spaß und kann in Zukunft satte Renditen bringen.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.