Solides aus der Schweiz

Auch wenn viele Anleger beim Namen von Intershop Holding an die turbulenten Zeiten des Neuen Marktes zurückdenken, geht es beim Schweizer Unternehmen doch um etwas doppelt Solides: Immobilien in der Schweiz.

Die Intershop-Gruppe bewirtschaftet, entwickelt und verkauft Immobilien in der Schweiz.

Das Portfolio umfasst 66 Liegenschaften inklusive Entwicklungen und Landparzellen. Die Mieterträge setzen sich aus den folgenden Nutzungs-Arten zusammen:

50% Büro- und Bildungs-Wesen, 28% Gewerbe und Logistik, 8% Detail-Handel und 14% Wohnen und Parking.

Akquisitionen „wenig wahrscheinlich“

Mit einem Reingewinn von 29,2 Mio. SFr verdiente Intershop im 1. Halbjahr 2015 rund 19% mehr als in der Vorjahres-Periode.

Ein wesentlicher Wachstums-Treiber war der Verkauf von 27 Eigentums-Wohnungen des Projektes «eden5».

Die Mieteinnahmen waren aufgrund des Auszugs eines Hauptmieters aus dem Entwicklungs-Projekt Au-Wädenswil und der verkaufsbedingt geringeren Anzahl von Rendite-Liegenschaften leicht rückläufig.

Die Aufwendungen lagen angesichts höherer Ausgaben für Instandhaltungen und Reparaturen leicht über dem Vorjahr.

So sank das Vermietungs-Ergebnis von 21,5 auf 20,1 Mio. SFr, während das übrige Ergebnis aus Verkäufen, Bewertungs-Änderungen und sonstigen Erträgen von 3,0 auf 9,1 Mio. SFr stieg.

Wir sehen Intershop weiterhin solide aufgestellt, aktuell aber auch wenig Kursfantasie. Mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von 1,5 ist die Aktie kein Schnäppchen.

In Anbetracht der eher schwierigen Marktbedingungen erscheint der Aufschlag auf den Netto-Vermögenswert ambitioniert.

Die Vermietung gewerblicher Flächen dürfte weiterhin anspruchsvoll bleiben, zumal die unter Kostendruck stehenden Mieter danach bestrebt sind, ihre Mietkosten zu reduzieren.

Dazu bezeichnete Intershop die Akquisition größerer Liegenschaften und Projekte als vorerst „wenig wahrscheinlich“.

Für die Aktie spricht immerhin die stabile Dividendenrendite. Die Dividende soll auch in diesem Jahr 20 SFr pro Aktie betragen, das entspricht derzeit einer Rendite von 4,9%.

Immo-Aktien haben gegenüber Direkt-Investments Vorteile

Auch im Branchen- und Marktvergleich schneiden Intershop-Aktien derzeit relativ gut ab.

Da Intershop in der Vergangenheit in schwierigen Märkten immer relativ stabil war, ist ein Einstieg bei der Aktie derzeit auch nicht mit einem zu großen Marktrisiko behaftet.

Zwar ist das KBV vergleichsweise hoch, was für eine hohe Bewertung spricht, doch gilt die Aktie dennoch als defensiver Wert.

Anleger können zu Immobilien-Aktien greifen, um selbst mit kleinen Beträgen diversifiziert in Betongold anzulegen.

Auch die Liquidität von Aktien ist ein Vorteil gegenüber Direkt-Investments oder aber Fonds-Lösungen.

Der Standort Schweiz könnte für Anleger, die auf Sicherheit setzen, ein weiteres Argument für die Aktie der Intershop Holding sein.

9. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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