Sollten Sie vielleicht Aktien-Positionen abbauen?

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Ihre Risikobereitschaft muss Ihrem Kapitaleinsatz entsprechen - Wann Sie Ihre Depotgröße verringern sollten –Tipps für Ihre optimale Depotgröße. (Foto: Eisenhans - Adobe.com)

Seit etlichen Wochen gibt es am Aktienmarkt keinerlei Fortschritt nach oben, während es aber immer wieder Nadelstiche nach unten gibt. Wie geht es Ihnen denn dabei? Wenn Sie an der Börse – und sei es auch nur hin und wieder – Gefühle wie Frust, Angst, Ärger, Stress, Ungläubigkeit und Ratlosigkeit erleben, so gebe ich Ihnen einen wertvollen Tipp: Verringern Sie Ihre Investitionssumme soweit, dass Sie nur Geld einsetzen, dass Sie gedanklich „loslassen“ können. Das klingt zwar paradox, aber Ihre persönlichen Vermögensziele werden Sie auf diese Weise sogar zuverlässiger erreichen. Ich erkläre Ihnen auch wieso.

Wie haben Sie wilde Börsenphasen bisher erlebt?

Stellen Sie sich bitte einmal die folgende Fragen: Sind Sie in der Vergangenheit während turbulenten oder ähnlich zähen Marktphasen wie aktuell gelassen geblieben? Oder hatten Sie auch mal richtig zu kämpfen, um keine Fehler wie z.B. Panikverkäufe oder zu viele Ein- und Ausstiege zu begehen? Oder haben Sie gar gemäß der „Vogel Strauß-Strategie“ den Kopf in den Sand gesteckt und wollten von der Börse und den aktuellen Kursen erst mal nichts mehr wissen?

Ihre Risikobereitschaft muss Ihrem Kapitaleinsatz entsprechen: Wann Sie Ihre Depotgröße verringern sollten

Machen Sie sich eines klar: Bei wem sich immer wieder Gedanken und Sorgen um das eingesetzte Kapital drehen, der setzt offensichtlich mehr Geld ein, als er sich selbst unbewusst zutraut. Es gibt zwei Möglichkeiten: Der Anleger kann sich dies bewusst machen und sein Kapital selbst reduzieren indem er schlichtweg einen Teil auf ein anderes Konto überweist.

Oder aber die Börse erledigt diesen Job auf die harte Tour. Und zwar so lange bis Ihre Risikobereitschaft Ihrem tatsächlichen Kapitaleinsatz entspricht. Je stärker die Gefühle sind, desto schwieriger wird es für den Investor, in extremeren Situationen wie z.B. Markteinbrüchen keine teuren Fehler zu begehen. Ich schreibe Ihnen das ebenfalls aus eigener langjähriger Erfahrung.

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Tipps zur optimalen Depotgröße

Ein etwas geringerer Investitionsbetrag verringert die Intensität Ihrer Gefühle und damit die Zahl der Fallstricke. Und das ist wichtig. Eine Faustregel von mir lautet: Der Ausgang eines einzelnen Investments oder Trades sollte Ihnen auf der Gefühlsebene gleichgültig sein. Denn der dauerhafte Erfolg einer Anlagestrategie lässt sich unabhängig vom Zeithorizont ohnehin erst aus dem Ergebnis von 15 oder mehr abgeschlossenen Transaktionen ablesen. Auch ihr Gesamtdepot-Risiko sollte so strukturiert sein, dass Sie sich vorstellen könnten (durch Stopp-Loss-Kurse abgesichert) zwei Wochen ohne Informationsmöglichkeit in den Urlaub zu verreisen.

Nur wer locker und entspannt ist trifft an der Börse die richtigen Entscheidungen

Denn wenn die Börse wieder einmal einbricht, dann geschieht dies nicht zum ersten Mal und garantiert auch nicht zum letzten Mal. Es gilt für Sie also unbedingt herauszufinden, mit welcher Investitionssumme Sie eine von Ihnen ausgewählte Börsentaktik ohne Wenn und Aber in JEDEM Marktumfeld durchziehen können. Meiner Meinung nach ist es enorm wichtig für Sie, an der Börse jederzeit (und ich meine wirklich jederzeit) locker und entspannt zu bleiben. Dann können Sie auf entspannte Weise das Richtige tun. Und das Richtige kann, z.B. wie in der aktuell sehr zähen Marktphase, auch manchmal einfach „nichts tun“ sein.

Wann Sie Ihren Investitionsbetrag wieder schrittweise erhöhen können

Mit Ihrem individuell optimalen Anlagebetrag (Ihr „Wohlfühlbetrag“) und guten Nerven, werden Sie im Laufe der Zeit fast automatisch Vertrauen in sich selbst, Ihre Fähigkeiten und Ihre Strategie aufbauen. Und genau darauf kommt es für längerfristigen und nachhaltigen Börsenerfolg an.

Sobald Sie eine gewisse „Coolness“ gewonnen haben, sind Sie weitaus weniger anfällig für die gängigen Anlegerfehler mit denen sich viele Investoren selbst Börsenerfolge verwehren. Und wenn Sie einmal entweder einen „Gewinnpuffer“ haben oder sich an die Schwankungen gewöhnt haben, können Sie Ihren Investitionsbetrag natürlich auch wieder schrittweise entsprechend Ihrer „Wohlfühlzone“ erhöhen.


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Von: Maximilian Ritter. Über den Autor

Schon seit seiner Jugend interessiert sich Maximilian Ritter für das Börsengeschehen. In seinem Dienst "Aktien-Timing-System" setzt er auf eine verfeinerte CANSLIM-Methode, mit der sich eine 30%ige Rendite im Jahr erwirtschaften lässt.