Solutions 30 mit erfolgreichem Markteintritt in Polen

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Solutions 30 ist eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen in Europa. Nun ist der Markteintritt in Polen gelungen. (Foto: Dafinchi / shutterstock.com)

Wenn eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen der Welt ankündigt, seine bislang auf westeuropäische Länder ausgerichteten Geschäftsaktivitäten auch in Osteuropa anzubieten, sollte dies den nicht investierten Kapitalmarktteilnehmer aufhorchen lassen.

Die Rede ist von Solutions 30. Das Unternehmen mit Sitz in Luxemburg hat im gestrigen Nachbörsenhandel angekündigt, die Telekommunikationsaktivitäten von Sprint Telecom Polen übernommen zu haben. Mit 300 Technikern wird Solutions 30 zukünftig auch auf dem polnischen Hardware-Maintenance- und Repair-Markt tätig sein.

Das Geschäftsmodell im Überblick

Was ist darunter zu verstehen? Stellen Sie sich vor, Sie würden sich als Kunde eines Kabelfernsehbetreibers gerade im Vorabendprogramm eine beliebte Fernsehshow ansehen, als Ihre Set-Top-Box ihren Geist aufgibt. Natürlich rufen Sie unverzüglich Ihren Kabel-Operator an und bitten ihn um ein Ersatzgerät. Nun gibt es zwei grundsätzliche Möglichkeiten: Entweder der Kabel-Operator beschäftigt eigene Servicekräfte oder er hat diese Dienstleistung an einen Partner wie Solutions 30 outgesourct.

Der erste Fall hat für ihn den Vorteil, alle Dienstleistungen aus einer Hand anzubieten; entscheidender Nachteil aber ist, dass die von ihm beschäftigten Service-Mitarbeiter entweder lange Fahrtwege oder lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Eine kosten- und service-effiziente Lösung jedenfalls sieht anders aus.

Die unumstrittene Nummer eins im Markt

Deshalb haben auch die meisten Hardware-Hersteller auf eigene Wartungskräfte verzichtet, sondern diese Reparatur- und Wartungsdienstleistungen an ausgewiesene Spezialisten wie Solutions 30 übertragen. Dabei ist Solutions 30 nicht irgendein Anbieter, sondern der mit Abstand dominierende Spieler im Markt.

Genau genommen kann ein Wettbewerb – zumindest in Kontinentaleuropa – gar nicht wahrgenommen werden. Denn Solutions 30 kann die meisten relevanten Hardwarehersteller wie Hewlett Packard, Toshiba und Dell, die großen Anbieter von Zahlungssystemen wie Natixis und Societe Generale ebenso als Kunden bezeichnen wie Anbieter von Security-Lösungen wie Securitas und Tyco oder die klassischen Energieversorger wie Eni, Veolia und ista.

Von diesen Größeneffekten, englisch Economies of Scale, profitiert Solutions 30 in erheblichem Maße. Denn der größte Anbieter in diesem Geschäft wird grundsätzlich auch die höchsten Margen auf sich vereinen können. Sofern die Nummer zwei oder drei diese Dienstleistungen überhaupt profitabel anbieten können.

Hohes zweistelliges Wachstum

Treiber des Wachstums sind jedoch die immer zahlreicher werdenden Anwendungen aus dem Bereich Internet der Dinge. Der Begriff, der auf einen gleichnamigen Aufsatz aus dem Jahr 1991 zurückgeht, dem Jahr, in dem das Internet „live“ gegangen ist, beschreibt die Folgen einer weitreichenden Vernetzung von Computern mit sonstigen physischen Geräten, Maschinen und Infrastrukturen und Geräten. Geräte eben, die früher oder später defekt werden und von einem Spezialanbieter wie Solutions 30 repariert oder ersetzt werden müssen.

Aufgrund dieser Marktstellung konnte Solutions 30 seit seiner Gründung im Jahre 2003 Wachstumsraten erzielen, von denen andere IT-Unternehmen nur träumen können. Allein im vergangenen Geschäftsjahr konnte Solutions 30 auf dem französischen Heimatmarkt seine Umsätze um 56,1% steigern. Im Ausland belief sich das Umsatzwachstum sogar auf 66,9%. Gleichzeitig konnten in den vergangenen Jahren die Ertragslage sogar überproportional verbessert werden. Der Einstieg in Polen dürfte zwar kurzfristig die Margen unter Druck bringen, mittelfristig wird das Unternehmen jedoch klar von dem Markteintritt in Polen profitieren.

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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.

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