Sonova: Erfolgreich durch Innovation

Nach Insiderskandalen und Rückrufaktionen ist Sonova längst wieder in der Erfolgsspur.

Zweistelliges organisches Wachstum …

Im Geschäftsjahr 2013, das am 31.03. endete, steigerte die Gruppe den Umsatz um 8,7% in SFr bzw. um 11,7% in Lokalwährungen auf 1,95 Mrd. Wichtigster Wachstumstreiber war ein zweistelliges organisches Wachstum, das 11% in Lokalwährungen erreichte.

Der starke Schweizer Franken wertete gegenüber allen wichtigen Währungen auf und minderte so das Umsatzwachstum um 3%. Entsprechend ihrer Strategie führte Sonova ausgewählte Übernahmen innerhalb ihres Hörgeräte-Segments durch. Das externe Umsatzwachstum aus diesen Akquisitionen betrug 12,5 Mio. SFr bzw. 0,7%.

… und Umsatzsteigerungen in allen wichtigen Regionen

Alle wichtigen Regionen erzielten eine solide Umsatzsteigerung, insbesondere die für Sonova wichtige Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika), die 41% des Konzernumsatzes ausmacht.

Das Hörgeräte-Segment verzeichnete ein starkes Wachstum in wichtigen Märkten wie Deutschland, Großbritannien und Frankreich, während sich in den Niederlanden und in Dänemark die geänderten Regelungen für die Kostenerstattung weiterhin negativ auswirkten.

In den USA stieg der Umsatz in Lokalwährung um 11% und machte 37% des Konzernumsatzes aus. Im Hörgeräte-Segment wurde das Wachstum von einer soliden Entwicklung sowohl auf dem kommerziellen Markt als auch im Geschäft mit dem US-Department of Veterans Affairs angetrieben.

Zudem wuchs das Segment Cochlea-Implantate noch stärker als das Segment für Hörgeräte. Die Zulassung eines neuen Prozessors in den USA ließ die Umsätze mit Cochlea- Implantat-Prozessoren deutlich ansteigen.

Solides Gewinnwachstum

Der Bruttogewinn verbesserte sich um 8,1% auf 1,34 Mrd. SFr. Dies entspricht einer Bruttomarge von 68,7%, die unter dem Vorjahreswert von 69,1% liegt. Der leichte Rückgang wurde durch den höheren Anteil des Cochlea-Implantat-Geschäfts verursacht, das eine etwas geringere Bruttogewinnmarge als das Hörgeräte-Segment aufweist.

Trotz akquisitionsbedingter Zusatzkosten, Investitionen in neue Projekte und höheren Aufwendungen für Vertrieb und Marketing steigerte Sonova den Betriebsgewinn (EBIT) um 12,5% auf 404 Mio. SFr. Unterm Strich stand ein Gewinn je Aktie von 5,08 SFr – ein solides Plus von 10,4%.

Hohes Innovationstempo

Die hohe Bedeutung von Forschung und Entwicklung zeigte sich eindrucksvoll durch den Wachstumsbei trag der neuen Produkte. Sonova erwirtschaftete einen Anteil von 80% des Gesamtumsatzes mit Hörgeräten, die vor weniger als zwei Jahren auf den Markt gebracht worden sind.

Das hohe Innovationstempo erfordert allerdings hohe kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E). Dafür gab Sonova 125,7 Mio. SFr bzw. 6,4% des Umsatzes aus.

Jetzt auch in Skandinavien präsent

Mit der Übernahme der schwedischen Comfort Audio ergänzt Sonova sein breites Angebot im Bereich drahtloser und nicht drahtloser Produkte und Lösungen. Comfort Audio ist auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb innovativer Kommunikationssysteme für Menschen mit Hörverlust spezialisiert. Mit rund 90 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen 2013 einen Umsatz von 19 Mio. SFr.

Weltweites Vertriebsnetz

Sonova erweitert die globalen Verkaufs- und Vertriebsstrukturen laufend, passt sie den lokalen Bedürfnissen an und baut dadurch eine starke Kundenbindung auf allen Vertriebsstufen auf. Über ein weltweites Vertriebsnetz sind Phonak und Unitron Hearing Produkte an allen wichtigen Verkaufspunkten präsent. Der Großhandel wird über eigene Gesellschaften und unabhängige Distributoren abgewickelt.

Fundamental stimmiges Bild

Sonova erfüllt 7 von 8 allgemeinen Qualitätskriterien; von den messbaren Qualitätskriterien zeigt das Gewinnwachstum einen unsteten Verlauf. Die Bruttomarge von knapp 70% deutet auf eine monopolartige Stellung hin. Insgesamt ergibt sich fundamental ein stimmiges Bild.

18% Rendite sind drin

Unter Berücksichtigung konservativer Wachstumsraten haben wir einen fairen Wert von 179 SFr errechnet, der einer Sicherheitsmarge zum gegenwärtigen Aktienkurs von 20% entspricht. Bei unserer Berechnung der zu erwartenden Aktienrendite kommen wir auf eine durchschnittliche jährliche Kursrendite von 16%. Zusammen mit der Dividendenrendite rechnen wir mit einer langfristigen Gesamtrendite von bis zu 18% jährlich.

Positiver Ausblick

Das Potenzial des Hörgerätemarktes ist weiterhin groß. Zu den wichtigsten Wachstumsfaktoren gehören demografische Entwicklungen wie die Baby-Boomer-Jahrgänge sowie die kontinuierlich steigende Lebenserwartung. Hinzu kommt das starke Wachstum in den aufstrebenden Märkten.

Der Konzern produziert und vertreibt keine Luxuskonsum-, sondern Medizintechnikprodukte, die einen klaren Mehrwert generieren. Deshalb ist die Hörgerätebranche auch vergleichsweise unabhängig von konjunkturellen Schwankungen.

12. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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