Sorge um Griechenland bremst den Dax aus

Nur kurz reichte es am Mittwochmorgen für den Sprung über die 12.000er-Linie. Bereits früh rutschte der Dax bald darauf ins Minus und schaffte die Kehrtwende nicht. Mit einem Schlusskurs von 11.867 Zählern geht der Leitindex am Ende 0,6 Prozent schwächer aus dem Handel.

Vor allem der festgefahrene Schuldenstreit mit Griechenland schlägt den Anlegern aufs Gemüt. Zwar hat das hochverschuldete Land einen erneuten Zahlungsaufschub erhalten. Doch alles Hinauszögern kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine Annäherung derzeit als unwahrscheinlich gilt.

Griechenland schlägt Anlegern auf den Magen

Zu unterschiedlich sind die Positionen, die die europäischen Geldgeber einerseits – und hier allen voran Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble – und die griechische Regierung andererseits vertreten.

Am Freitag kommen die Finanzminister der Euro-Gruppe in Lettland zusammen. Allzu große Hoffnungen werden an den Termin inzwischen nicht mehr geknüpft. Bis Athen ein umfassendes Reformprogramm vorlegt, das den Ansprüchen aus Brüssel und Berlin genügt, werden wohl noch einige Wochen verstreichen.

Banken im Plus

Nur wenige Dax-Werte schafften in diesem Umfeld den Sprung in die Gewinnzone. Angeführt wurde der Leitindex ausgerechnet von den beiden Großbanken: Die Commerzbank eroberte die Dax-Spitze mit einem Plus von 2,3 Prozent, gefolgt von der Deutschen Bank, deren Anteilsscheine sich um 1,4 Prozent verteuerten.

Die Deutsche Bank hatte in Aussicht gestellt, trotz milliardenschwerer Zahlungen im Kontext rechtlicher Streitigkeiten für das erste Quartal einen Gewinn ausweisen zu können. Beide Bankwerte waren zuletzt unter Verkaufsdruck geraten und konnten nun wieder etwas Boden gutmachen.

SAP: Analysten optimistisch

Zu den wenigen Gewinnern des Tages gehörte auch der Softwarekonzern SAP. Nach der guten Quartalsbilanz vom Dienstag sorgten ein positiver Analystenkommentar und eine Kurszielanhebung für weiteren Schub. Die Aktie legte um 0,3 Prozent zu.

Die Energiekonzerne landeten hingegen erneut auf den Verkaufslisten. Eon-Papiere gaben um 1,3 Prozent nach, Konkurrent RWE gehörte mit einem Abschlag von 1,8 Prozent zu den schwächsten Werten im Dax.

Noch schlechter lief es lediglich für BMW, Beiersdorf und Schlusslicht Münchener Rück. Ihre Anteilsscheine verzeichneten Verluste zwischen 1,8 und 1,9 Prozent.

23. April 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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