Sorgen Sie sich dann, wenn es angezeigt wird

Europa zittert vor dem Schuldenproblem Italien. Noch gibt es dazu keinen Grund. (Foto: Deutsche Börse AG)

Verbreiten sich auf Ihrer Stirn auch schon die Sorgenfalten? Den Marktkommentaren nach zu urteilen, sollten Sie dies ansonsten schleunigst nachholen:

Schließlich ist seit der letzten Woche das Euro-Schuldengespenst in Gestalt von Italien wiederauferstanden. Doch sind die Sorgen wirklich berechtigt?

Meiner Ansicht nach: Zumindest für den Moment noch nicht. Und falls es doch zu einem ernst zu nehmenden Problem heranreifen würde, dann habe ich ein Instrument an meiner Seite, das umgehend Alarm schlägt.

„Nachtigall, ick hör Dir trapsen?“

In Italien zeichnet sich die Bildung einer populistisch orientierten Regierung ab. Das weckt bei vielen Marktteilnehmern unangenehme Erinnerungen:

Im Januar 2015 bildete in Griechenland das radikale Linksbündnis Syriza eine Koalition mit den Rechtspopulisten Unabhängige Griechen unter der Führung von Alexis Tsipras. Tsipras wollte die Griechenland auferlegte Sparpolitik beenden und verlangte von den europäischen Geldgebern einen Schuldenschnitt.

Am Ende gab es neue Euro-Hilfspakete für das hoch verschuldete Land. Doch die Diskussionen zogen den DAX von April 2015 bis Februar 2016 um -36% in die Tiefe. Was dabei allerdings gerne übersehen wird:

Der deutsche Leitindex war zuvor von Oktober 2014 bis April 2015 um +48% geklettert. Die anschließende Korrektur um -14% über die folgenden 3 Monate war also völlig „normal“.

Entsprechend schlugen bei mir die Alarmglocken auch erst Ende Juli 2015 an: Daraufhin reduzierten die Leser der „Wachstumsaktien-Strategie“ aufgrund meiner Empfehlung in den folgenden Wochen ihren Investitionsgrad signifikant.

Was war geschehen?

Markt-Barometer warnt rechtzeitig

Das von mir im Jahr 2007 entwickelte Markt-Barometer generierte zu jenem Zeitpunkt deutliche Warnsignale. Schon im April 2015 war die Ampel – wenn auch nur kurz – auf Rot gesprungen.

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Falls Sie nicht dieses Instrument noch nicht kennen: Es funktioniert ähnlich wie das Ihnen bekannte Wetter-Barometer. Es zeigt Ihnen an, ob Sie besser einen Schirm oder die Sonnenbrille mitnehmen sollten, wenn Sie morgens das Haus verlassen.

Den Lesern der Wachstumsaktien-Strategie signalisiert das Markt-Barometer, ob an den Aktienmärkten die Sonne scheint oder ein Sturm heraufzieht. Im Juli 2015 kündigte sich dann eine massive Schlechtwetterfront an:

Markt-Barometer warnte vor Griechenlandkrise

Wie Sie sehen, fiel das Markt-Barometer am 31. Juli 2015 aus der Grünen Zone heraus und etablierte sich in der Folgezeit in der Gelben Zone. Das bedeutet:

Statt „freier Fahrt“ am Aktienmarkt zeichnete sich nun ein Trendwechsel ab. Da sich etwa 75% bis 85% aller Aktien mit dem vorherrschenden Markttrend bewegen, zeigte das Markt-Barometer mithin eine signifikant verringerte Trefferwahrscheinlichkeit an.

In solchen Phasen reduzieren wir in der Wachstumsaktien-Strategie dann unseren Investitionsgrad, um das Risiko zu verkleinern. Und wenn es „passt“, versuchen wir mit Short-ETFs sogar noch am Abwärtstrend zu verdienen.

Fazit

Wie Sie an der Entwicklung des Markt-Barometers ablesen können, bewegt sich mein Börsenklima-Indikator derzeit ausgesprochen komfortabel in der Grünen Aufwärtstrend-Zone.

Tatsächlich hat die Aufregung um das „Schuldenproblem Italien“ in der vergangenen Woche den Börsenklima-Indikator völlig kalt gelassen.

Wenn Sie sich also Sorgen um den Aktienmarkt machen möchten, dann warten Sie doch einfach ab, ob mein Markt-Barometer Ihnen das ankündigt.


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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.