Southwest Airlines Top, American Airlines Flop

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Im Gegensatz zu American Airlines zeigt Southwest Airlines wie man es richtig macht und die Treibstoffkosten im Griff hält. (Foto: Sorbis / shutterstock.com)

Southwest Airlines legte trotz herausfordernder Marktbedingungen eine Punktlandung hin.

Die Umsatz- und Profitabilitätszahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr haben unsere Erwartungen erfüllt. Der Cashflow hob sogar noch stärker ab, als erwartet. Konkret legte der Umsatz um 3,8% auf 21,96 Mrd. $ zu. Das Kerngeschäft mit dem Passagierverkehr entwickelte sich mit einem Plus von 6,9% auf 20,5 Mrd. $ weiterhin solide. Der verbrauchte Treibstoff erhöhte sich um 2% auf 2.094 Mio. Gallonen und damit im Gleichschritt mit der Anzahl von Flügen.

Dank des disziplinierten Kostenmanagements im Personal-, Verwaltungs- und Marketingbereichs konnte der Rückgang des operativen Ergebnisses (EBIT) im Zaum gehalten werden. Während die Treibstoffkosten um 10,6% auf 2,20 $ pro Gallone in die Höhe schossen, ging das EBIT lediglich um 5,9% auf 3,2 Mrd. $ zurück. Unterm Strich rutschte der Gewinn um 29,3% auf 2,5 Mrd. $ ab. Der Vorjahresvergleich ist aufgrund der US-Steuerreform jedoch verfälscht. Bereinigt um den Steuereffekt hätte der Gewinnrückgang nur 3,1% betragen. Die gesunde Entwicklung des Kerngeschäfts zeigt vor allem der Cashflow mit einem Anstieg von 24,5% auf 4,9 Mrd. $.

Southwest Airlines erhöht Dividende

Die stabilen Kasseneingänge erlaubten Southwest Airlines die Dividende um 27,4% auf 0,61 $ pro Aktie zu erhöhen und darüber hinaus noch Aktien zurückzukaufen. Zukünftiges Wachstum soll die Ausweitung der Flotte und die Einführung neuer Fluglinien sichern. Per Ende 2018 verfügte Southwest Airlines über 750 Flugzeuge.

Unternehmensporträt

Southwest Airlines wurde 1971 gegründet, notiert seit 1975 an der Börse und ist heute die weltweit größte Billigfluggesellschaft. Die Airline gilt als der Pionier in diesem Segment. Mit 750 Boeing-Maschinen werden 101 Ziele in den USA und 7 weiteren Ländern angeflogen. Im vergangenen Jahr beförderte Southwest Airlines über 160 Mio. Passagiere.

American Airlines befindet sich seit Jahren im Sinkflug

Auch die Zahlen zum abgelaufenen Jahr fielen enttäuschend aus. Einem leicht steigenden Umsatz standen ein rückläufiger Gewinn und Cashflow gegenüber. Die Dividendenausschüttung belief sich auf unveränderte 0,40 $ pro Aktie.

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Konkret legte der Umsatz um 5,5% auf 44,5 Mrd. $ zu. Der Anstieg liegt einerseits an höheren Ticketpreisen. Andererseits steigerte American Airlines auch die Passagieranzahl. Noch stärker als der Umsatz stiegen jedoch die Kosten. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) brach um 37,2% auf 2,7 Mrd. $ ein. Die EBIT-Marge rutschte um 3,9 Prozentpunkte auf 5,96% ab.

Starke Belastung durch hohe Treibstoffkosten

Verantwortlich für den Sturzflug sind vor allem die Treibstoffkosten, die um 31,4% auf 8,1 Mrd. $ in die Höhe geschossen sind. Dieser starke Anstieg liegt in erster Linie an den höheren Ölpreisen. Denn der Kerosinverbrauch ist lediglich um 2,2% auf 4,5 Mrd. Gallonen gestiegen. Neben den Kerosinpreisen drückten auch gestiegene Personalkosten insgesamt und pro Mitarbeiter das Ergebnis.

Daneben sind Wartungs-, Flottenmiet- und Regionalkosten höher als im Vorjahr ausgefallen. Trotz einer Steuerrate von 25% nach 62,2% im Vorjahr und dem laufenden Aktienrückkaufprogramm konnte der Gewinn pro Aktie nur um 16,1% auf 3,03 $ gesteigert werden. Bereinigt um diese Effekte hätte American Airlines einen Gewinnrückgang pro Aktie von 45% eingeflogen.

Darüber hinaus übersteigen die Verbindlichkeiten das Gesamtvermögen. American Airlines verfügt über eine Eigenkapitalausstattung von -169 Mio. $.

Unternehmensporträt

American Airlines ist aus der Fusion von AMR und US Airways entstanden und nach der Zahl der Passagiere die weltweit größte Fluggesellschaft. Die wichtigsten Stützpunkte sind Dallas/Fort Worth, Washington und New York. American Airlines ist Mitglied des Luftfahrtbündnisses Oneworld und steuert rund 350 Ziele in über 50 Ländern an.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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