S&P 500: Nach der 4.000 kommen jetzt die 4.100 Punkte!

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Momentan kennen die Märkte nur eine Richtung: nach oben. Gleichzeitig kommen immer mehr Stimmen, die vor einer Überhitzung waren. (Foto: Kamira / Shutterstock.com)

An runden Punkten korrigiert der Markt. Von wegen! Der S&P 500 hat am 1. April die 4.000er Marke durchbrochen und stieg einfach weiter. Am Vortag kamen die Kurse nur bis 3.994 Punkte. Im April wurde das große Ziel jetzt endlich erreicht. Und schon geht es auf zum nächsten Ziel.

Eine etwas kleinere, aber ebenfalls runde Marke. 4.100 Punkte. Schauen wir uns den Tageschart an, erkennen wir, wohin die Reise möglicherweise gehen kann.

S&P 500 im Tageschart

Hier sehen wir einen schönen steigenden Keil, der im Herbst 2020 seinen Ursprung hat. Offenbar sind wir aktuell wieder auf dem Weg nach oben und an die obere Trendlinie. Damit wären dann Ziele von knapp über 4.100 Punkten drin.

Kurz zum Vergleich: Im Corona-Tief drehte der S&P 500 bei 2.200 Punkten. Wir haben uns seitdem also fast verdoppelt!

Die Preisspanne des Keils beträgt aktuell etwa 250 Punkte, in denen der Index sich austoben darf. Tendenz natürlich abnehmend, weil der Keil spitz zuläuft.

Für alle, die jetzt sich verwundert am Kopf kratzen und fragen, wie lange die Kurse eigentlich noch steigen können, gibt es eine gute Nachricht: Solche Keile werden üblicherweise nach unten aufgelöst. Es folgt also eine Korrektur in den meisten Fällen.

Das Timing kann hier aber nicht vorhergesagt werden. Ich habe einmal nachgeschaut, die beiden Linien des Keils treffen sich im Februar 2022. Bis dahin könnte der S&P 500 also rein theoretisch noch in diesem Chartmuster verharren. Dann stünden wir übrigens bei 5.000 Punkten. Das wäre natürlich sehr sportlich, aber unmöglich ist derzeit gar nichts. Auch nicht, dass der S&P 500 im Schnitt pro Tag einfach 3 Punkte zulegt bis Februar 2022.

Wann könnt die Auflösung nach unten?

Das ist weiterhin die 1-Million-Euro-Frage. Momentan kennen die Märkte nur eine Richtung: nach oben. Gleichzeitig kommen immer mehr Stimmen, die vor einer Überhitzung waren. Natürlich darf da auch nicht die Parallele zur Blase im Jahr 2000 fehlen.

Damals fiel der S&P 500 übrigens von 1.552 Punkten am 24. März 2000 bis auf 768 Punkte am 10. Oktober 2012. Was auffällig daran ist: Der Crash zog sich hin. Nicht wie letztes Jahr im Februar und März. Da war das Thema – zumindest an der Börse – ruckzuck abgehakt.

Die Bereinigung der Dot-Com-Bubble um den Neuen Markt dauerte über 2 Jahre. Verständlich, dass nach solch einer Durststrecke die Anleger eher zögerlich sind. Vom Tief damals dauert es fast 5 Jahre, bis das Allzeithoch wieder erreicht wurde. Im Jahr 2020 waren es gerade einmal 5 Monate!

Werden die Einschläge jetzt häufiger und härter? Wann löst sich das bullische Umfeld in Wohlgefallen auf? Kommt doch noch ein spürbarer Inflationsschock oder haben die Notenbanken das Thema wirklich im Griff? All das sind Punkte, die in diesem Jahr auf der Agenda stehen. Die Sektorenrotation wird auch nicht mehr durch das Dorf der Anleger gejagt – die Tech-Aktien steigen nämlich wieder. Bei mir im Depot sind heute Datadog, Lemonade und Peloton die größten Gewinner mit 5 bis 8 Prozent Zuwachs.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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