S&P 500: Nicht immer, aber meistens!

In den Medien las ich in der vergangenen Woche, dass die ersten Trump-Wähler ihre Stimmabgabe im November zugunsten des neuen US-Präsidenten bereits bereuen:

Aus der anfänglichen Unterstützung wurde schon nach wenigen Wochen Amtszeit Widerstand.

Gewiss werden Sie sich an Dinge in Ihrem Leben erinnern, bei denen es auch genau andersherum ging:

Erst lehnten Sie etwas überzeugt ab, um es dann später zu akzeptieren und möglicherweise sogar zu unterstützen.

Dieses Prinzip finden Sie auch in der Charttechnik wieder:

Regelmäßig erleben wir, wie Kurse von Aktien oder Indizes, trotz mehrfacher Anläufe, über einen bestimmten Punkt zunächst nicht hinaus kommen.

Dann ist irgendwann das „Eis gebrochen“ und die Kurse setzen sich über das zuvor aufgebaute Hindernis hinweg – ob nun nach oben oder unten:

In einem Aufwärtstrend wird aus Widerstand zumeist Unterstützung. Umgekehrt wandelt sich in einem Abwärtstrend eine ehemalige Unterstützung oftmals zum Widerstand.

Wenn Sie als Charttechnik-Interessierter etwas Geschick an den Tag legen, dann können Sie solche Niveaus nicht nur recht schnell selbst identifizieren:

Sie können das Prinzip von Widerstand und Unterstützung auch zu Ihrem eigenen Vorteil nutzen!

Widerstand und Unterstützung beim S&P 500

Schauen wir dazu einmal auf den S&P 500: Der amerikanische Leitindex bewegt sich derzeit in einem Aufwärtstrend.

Somit sollten wir vorwiegend Widerstände ausmachen können, die sich später in eine Unterstützung wandeln – und genau das zeigt uns der S&P 500:

spx_06-02-2017

S&P 500: Aus Widerstand wird Unterstützung.

Über einen extrem langen Zeitraum – von Februar 2015 bis Juni 2016 – kam der S&P 500 einfach nicht über die Widerstands-Zone bei 2.115 / 2.135 Punkten (blau unterlegt) hinaus.

Als dann im Juli 2016 endlich diese Hürde überwunden werden konnte, wandelte sich der ehemalige Widerstands-Bereich zu einer Unterstützungs-Zone.

Den kleinen „Ausbüchser“ nach unten Ende Oktober / Anfang November haben wir der Unsicherheit vor der US-Präsidentschaftswahl zu verdanken.

Im August weigerte sich der S&P 500, die Marke von 2.193 Zählern zu überbieten.

Ende November folgte der Ausbruch darüber und Anfang Dezember dann der Pull-Back (Rücksetzer) auf den ehemaligen Widerstand.

In der Vorwoche konnten Sie das gleiche Spiel bewundern:

Erst wurde seit Januar ein Widerstand um 2.180 Punkte ausgebildet. Dem Ausbruch nach oben folgte kurz darauf ein Rücksetzer, der wieder knapp unter dem 2.180er-Niveau aufgefangen wurde.

Fazit & Empfehlung

Was Sie aus dem Prinzip von Widerstand und Unterstützung mitnehmen sollten:

Wenn sich in einem Aufwärtstrend ein Widerstand bildet, ist dies eher selten ein Zeichen von Schwäche.

Es zeigt lediglich, dass sich die Mehrheit der Marktteilnehmer NOCH nicht mit höheren Niveaus „anfreunden“ kann.

Sobald die Hürde genommen ist, steigen die Investoren ein, die zuvor nicht kaufen mochten, auf dem ehemaligen Widerstands-Niveau ein, weil sie dies nun für günstig erachten.

Ausbrüche aus Widerstands-Zonen sind somit ausgesprochen positive Signale, die Ihnen eine Aktie oder ein Index senden.

Denn: Kehrt die Notierung später noch einmal auf den ehemaligen Widerstand zurück oder taucht darunter ab, dann sind dies regelmäßig exzellente Nachkauf-Gelegenheiten für Sie.

Wenn Sie so mögen, dann dokumentiert die komplette Kette eine Gesinnungs-Änderung der Marktteilnehmer:

Aus Ablehnung (des höheren Kursniveaus) entsteht Akzeptanz (beim Durchbruch nach oben) und daraus kann dann Unterstützung (bei Rückkehr auf den ehemaligen Widerstand) werden.

Nicht immer, aber meistens! Drehen die Notierungen nämlich schon VOR der ehemaligen Widerstands-Zone wieder nach oben, dann ist dies sogar ein Zeichen von besonderer Stärke!

6. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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