Spät, aber nicht zu spät – Apple startet neuen Musikdienst

Am Montag fand die jährliche Apple-Entwicklerkonferenz WWDC in San Francisco statt. Allzu große Überraschungen blieben dabei aus. Auch die Ankündigung eines neuen Streaming-Musikdienstes war erwartet worden.

Ein Erfolg dürfte „Apple Music“ allemal werden – auch wenn der US-Konzern relativ spät in dieses Marktsegment vorstößt.

Apple Pay kommt nach Europa

Bevor Tim Cook den neuen Dienst ankündigte, informierte der Apple-Vorstandschef über andere anstehende Neuerungen wie zum Beispiel die neuen Versionen der Betriebssysteme für Macs, iPhones und iPads.

Die Updates enthalten nur kleine Neuerungen. Beim mobilen Betriebssystem iOS wurden beispielsweise Stromverbrauch, Datensicherung und Sprachsteuerung verbessert. Auch für die Apple Watch, die seit zwei Monaten auf dem Markt ist, kommt ein neues Betriebssystem.

Daneben kündigte Cook an, dass es das mobile Bezahlsystem Apple Pay, das bislang nur in den USA verfügbar ist, bald auch in Europa geben wird – vorerst allerdings nur in Großbritannien. Mit der neuen App „News“ schafft Apple eine mobile Nachrichten-Plattform. Dort werden Inhalte aus verschiedenen Quellen in einem Magazin-Format dargestellt.

Apple Music startet Ende Juni

Die bedeutendste Neuigkeit der Entwicklerkonferenz war der neue Musikdienst „Apple Music“, mit der Apple „ein neues Kapitel im Musikgeschäft aufschlagen will“, so Vorstandschef Cook. In dem neuen Dienst bündelt das Unternehmen alle seine Musik-Angebote.

Dazu gehört ein Streaming-Service, bei dem die Songs direkt aus dem Internet abgespielt werden. Für 9,99 Dollar pro Monat haben Nutzer Zugriff auf über 30 Mio. Titel. Außerdem startet Apple das kostenlose Internet-Radio Beats One. Apple Music soll zum Start am 30. Juni gleich in über 100 Ländern verfügbar sein.

Apple kommt spät, aber nicht zu spät

Kritiker wenden ein, dass Apple mit seinem Streaming-Dienst relativ spät auf den Markt kommt. Tatsächlich gibt es bereits diverse Anbieter wie Spotify, Deezer oder Napster. Die meisten Menschen nutzen bisher allerdings werbefinanzierte Gratis-Angebote. Ende 2014 hatten alle Abo-Dienste weltweit gerade einmal 41 Mio. Kunden.

Apple hingegen hat rund 800 Mio. Nutzer, die es gewohnt sind, für Inhalte wie Musik zu bezahlen. Immerhin ist der US-Konzern mit iTunes der weltgrößte Musik-Verkäufer. Die Downloads waren zuletzt jedoch rückläufig, der Trend geht vermehrt zu Streaming-Diensten.

Das greift Apple nun auf – spät, aber nicht zu spät. Denn für Apple spricht auch das riesige Angebot. Anders als bei Apple Music sind bei anderen Streaming-Diensten viele bekannte Künstler und Bands nicht verfügbar.

Apple-Aktie bietet weiter gute Gewinnchancen

Apple Music ist sicherlich keine Revolution. Genauso wie die Apple Watch ist der neue Musikdienst aber ein weiterer Baustein, um die derzeit relativ große Abhängigkeit von den iPhone-Verkäufen zu verringern und das künftige Wachstum sicherzustellen.

Vor diesem Hintergrund sehe ich gute Chancen, dass die günstig bewertete Apple-Aktie ihren imposanten langfristigen Aufwärtstrend fortsetzt. Derzeit hängt der Kurs – wie der gesamte US-Markt – noch in einer Seitwärtsbewegung fest. Nach dieser Atempause rechne ich aber mit mittelfristig weiter steigenden Notierungen.

10. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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