Spaltung der EU: Mehr Arme in der EU als in China

Wir haben Ihnen bereits aufgezeigt, wie die EU sich Anlass des 60. Jahrestages der Unterzeichnung der Römischen Verträge selbst gefeiert hat und es noch immer tut.

Dabei sollte sie lieber trauern.

Denn Großbritannien, eines der größten europäischen Länder, beginnt in diesen Tagen mit den Austrittsverhandlungen.

Tiefe Spaltung der EU

Vor allem aufgrund der Gemeinschaftswährung des Euro und der Flüchtlingskrise ist die Gemeinschaft so tief gespalten wie niemals zuvor.

Doch all das wurde im Freudentaumel sozusagen ad acta gelegt.

Nachfolgend schenken wir Ihnen klaren Wein ein über den tatsächlichen Zustand der EU.

Wenn Sie das gelesen haben, dann wissen Sie, dass es dafür alles andere als ein Grund zum Feiern gibt.

Beschämende Armut

Tatsächlich nimmt in der so umjubelten Union die Armut immer mehr zu.

Haben Sie gewusst, dass diese bei Vergleichswerten bereits über jene in China liegt? Wahrscheinlich nicht. Dazu später mehr…

Zahlen für 2016 liegen noch nicht vor. Dafür aber für 2015. Und die sprechen – im wahrsten Sinne des Wortes – Bände.

Fast 120 Millionen EU-Bürger von Armut bedroht

So waren laut der Statistikbehörde eurostat – also der EU-eigenen Behörde – 2015 rund 119 Millionen EU-Bürger von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht.

Das ist seit 2008 rund 3 Millionen mehr und entspricht rund 24 Prozent der Bevölkerung. Also fast einem Viertel.

Und das, obwohl Brüssel eigentlich die Zahl der Armen senken wollte. Eine Schande, ein Totalversagen der Union.

In manchen Mitgliedstaaten leiden Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren zu einem hohen Anteil an Proteinmangel. Der Grund hierfür: ihre Eltern können angemessene Nahrung nicht mehr bezahlen.

Mehr Arme in der EU als in China

Die Armutszahl in der Union liegt damit höher als im weitaus bevölkerungsreicheren China. Laut der Weltbank gab es dort einen Rückgang der Armut seit 1981 von 878 Millionen auf 87 Millionen Menschen.

Andere Experten sprechen mittlerweile davon, das die Zahl weiter gesenkt wurde: Auf 56 Millionen Arme. Noch einmal: In der EU gibt es doppelt so viele.

Große Einkommensschere

Auch das sogenannte Mediaeinkommen, also der statistische Mittelwert, schwankt innerhalb der Union exorbitant.

Liegt dieser Mittelwert in Deutschland bei 20.668 Euro im Jahr, gehören vor allem die südosteuropäischen Länder zu den Abgehängten.

So bewegt sich dieser Wert etwa in Polen, Lettland und Litauen zwischen 5.000 und 6.000 Euro. In Ungarn liegt er bei etwa 4.500 Euro. In Bulgarien bei rund 3.300 Euro und in Rumänien bei rund 2.250 Euro.

Also nur wenig mehr als ein Zehntel des deutschen Werts.

Wie soll das zusammenpassen, fragt man sich da?

30. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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