Spanien: Es ist alles viel schlimmer

In diesen Tagen sind einige erschreckende Berichte über die Entwicklung in Spanien erschienen.

Besonders viel Aufmerksamkeit hat dabei der Citigroup Report von Willem Buiter erregt.

Denn laut dieses Report wird klar: Die Situation in Spanien ist schon jetzt sehr viel schlechter als bisher angenommen – das könnte noch in diesem Jahr dramatische Folgen haben.

Doch zunächst zu den Fakten zur Lage in dem Land: So steht es um die Staatsfinanzen schlechter als angenommen. Doch genau diese Staatsfinanzen waren bislang ein Trumpf Spaniens.

Doch wen man jetzt die Schulden zusammennimmt, rangieren die spanischen Staatsschulden auch schon auf einem Niveau von 90% des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Dies klingt im Vergleich zu anderen Ländern noch harmlos. Doch Spanien hat eben gleich an verschiedenen Fronten zu kämpfen und genau das verschärft die Lage für das Land. Dazu gehört auch die schwache Konjunktur. Zuletzt hat Spanien die allermeisten Prognosen für die Konjunkturentwicklung deutlich verfehlt.

Bis jetzt war es auch schon so, dass der spanische Finanzsektor sehr viel Aufmerksamkeit erhalten hat – und das auch zu recht. Aber auch der Nicht-Finanzsektor muss in Spanien unter die Lupe genommen werden.

Auch dort schwächelt das Geschäft und zudem sind die privaten Haushalte auch noch massiv überschuldet.

Im Inland sorgt die neue Regierung nicht für den Auftrieb, der ihr zugetraut worden war. Das liegt auch an den Verzögerungen bei den angekündigten Reformen. Doch die Schonfrist für den neuen Ministerpräsidenten Rajoy ist jetzt vorbei.

Und dann hat die neue spanische Regierung die eigenen Defizitprognosen deutlich angehoben, ohne mit den wichtigen Euro-Staaten wie eben Deutschland oder Frankreich im Vorfeld zu sprechen. Das war kein guter Stil.

In Spanien ist dann auch noch kein Ende der sinkenden Immobilienpreise in Sicht. Auch das ist ein riesiges Problem, vor allem weil noch immer hunderttausende Wohnungen und Häuser zum Verkauf stehen.

Citigroup-Prognose: Noch 2012 wird es Hilfsprogramm für Spanien geben

Die Folgen dieser Entwicklung sind nach Ansicht der Citigroup dramatisch. So ist es wahrscheinlich, dass es noch im Jahr 2012 zu einem Hilfsprogramm der Troika kommen wird – so wie wir es von den anderen angeschlagenen Euroländern wie Griechenland auch kennen.

Dabei wird es vornehmlich darum gehen, die spanischen Banken mit frischer Liquidität zu versorgen. So sollen diese dann in die Lage versetzt werden weiterhin massiv spanische Staatsanleihen zu kaufen.

Doch sollte Spanen tatsächlich selbst Hilfen beziehen müssen, ergibt sich ein sehr großes Problem: Das Land fällt als Zahler für den schon bestehenden Programme aus. Insofern würden größere Probleme in Spanien ist nur das viertgrößte Euro-Land sondern eben die gesamte Euro-Zone destabilisieren.

Daran sehen Sie ganz klar: Die Lage in Spanien ist sehr viel schlimmer, als sie aktuell noch in den Massenmedien dargestellt wird.

30. März 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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