Sparbriefe – Alternative für Geldanlagen mit niedrigen Zinsen?

Händeringend suchen immer mehr private Investoren nach Alternativen bei der Anlage.

Denn die Zinsen, die Sie mit Anleihen derzeit bekommen können, sind ein Witz.

Achtung: Der Bund zahlt so wenig wie fast noch nie zuvor.

Auch andere große Schuldner wie Unternehmen aus dem DAX haben inzwischen die Billigheimer-Strategie für sich entdeckt und schütten Zinsen aus, mit denen Sie noch nicht einmal die Inflationsrate vernünftig ausgleichen können.

Denn: Die Inflationsrate liegt weiterhin bei etwa 2,5% – offiziell – und wird schnell weiter steigen.

Denn die Eurozone hilft jetzt bereits in Spanien aus und schustert den Banken das fehlende Kapital zu.

Das bedeutet vor allem, dass neue Geldscheine (elektronische Bankguthaben) gedruckt werden, die ohne Gegenwert am Markt sind.

Vorsicht: Inflationsrate steigt noch

Das heißt: Mit Zinsen von 2% bis 3% können Sie als Investor schon deshalb wenig anfangen, weil sich damit noch nicht einmal die Inflationsrate ausgleichen lässt und nach Zinsen eine negative Nettorendite übrig bleiben wird.

Deshalb suchen Investoren so dringend nach Alternativen.

Tagesgeld- oder Festgeldkonten gehören zu den stark nachgefragten Angeboten, die sich in den kommenden Monaten noch nicht drehen werden, auch wenn die Zinsen an den Märkten steigen.

Übersicht zur Zins-Situation

  • Dass die Zinsen wieder steigen, ist aus unserer Sicht fast fraglos. So musste Spanien jetzt bereits Renditen von mehr als 7% für Anleihen zahlen. Wohlgemerkt: 5 Jahre laufende Anleihen, die sich nicht mehr zurückzahlen lassen, wenn man volkswirtschaftlichen Analysen folgt.
  • Mehr als 7% Rendite sind zu viel, so die Botschaft dieser Studien. Für 2-jährige Anleihen zahlt Spanien bereits 6%, auch dies ist zu viel.
  • Diese Zinsen sind nur ein Vorbote für das, was sich in der Eurozone insgesamt entwickeln wird. Deshalb sind die Angebote, die Festgeld-Anbieter bringen, zu niedrig. Sie bringen mit durchschnittlich 1,4% für 12 Monate währende Anlagen schlicht zu wenig.
  • Sparbriefe sind in den Augen einiger Experten derzeit – wegen einer relativ hohen Sicherheit – eine vernünftige Alternative. Wir können uns dieser Aussage nicht vorbehaltlos anschließen. Denn die durchschnittlicheh Zinsen bei einer Laufzeit von 5 Jahren betragen ungefähr 2,2% – viel zu wenig.
  • Die Differenz reicht von 0,6% bis zu 4%. Selbst 4% sind für 5-jährige Sparbriefe aber deutlich zu niedrig, zumal selbst die Sicherheit nicht unendlich hoch ist. Wenn Banken Konkurs anmelden müssen, weil es einen Bankrun gibt, könnte der das gesamte Bankensystem betreffen.
  • Spätestens dann bricht aus das Einlagensicherungs-System zusammen, sodass Sie nicht gesichert wären.

GeVestor meint

Sparbriefe sind keine Alternative, mit der sich in den kommenden Monaten viel Geld sichern lässt, auch wenn die Zinsen bei den Bestanbietern höher sind als für Tagesgeldkonten.

Legen Sie für eine insgesamt höhere Rendite Ihr Geld auf Tagesgeldkonten und wechseln Sie bei geeigneter Chance in Aktien!

27. Juli 2012

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Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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