Spezialfahrzeugbau: Boom bei Landmaschinen, Schwäche bei Baumaschinen

Die Hersteller von Landmaschinen profitieren von der wachsenden Weltbevölkerung sowie der zunehmenden Nachfrage nach Bioenergie und nach höherwertigen Nahrungsmitteln in Schwellenländern.

Das hat die Investitionsfreude der Landwirte geweckt. Auch Deere profitiert vom globalen Agrarboom. Vor allem in Mittel- und Südamerika finden die Traktoren und Mähdrescher des Konzerns reißenden Absatz.

Nicht so gut laufen die Geschäfte bei den Bau- und Forstmaschinen. Mit einem Rückgang um 6% lagen die Umsätze des Geschäftsbereichs zum zweiten Mal in Folge unter denen des Vorjahres.

Bereits im 1. Quartal hatte Deere bei den Bau- und Forstmaschinen einen Umsatzrückgang verzeichnet. Deere hat die Umsatzerwartung für diesen Bereich deutlich nach unten korrigiert.

Statt wie bisher von einem Wachstum von bis zu 8%, geht der Konzern für das gesamte Geschäftsjahr 2013 von einem Rückgang der Umsätze bei Bau- und Forstmaschinen um 5% aus.

Schwäche bei Baumaschinen

Konnte Caterpillar bisher der lahmenden Konjunktur trotzen, machen dem Konzern vor allem geringere Investitionen der Kunden aus der Bergbaubranche zu schaffen.

Die global agierenden Rohstoffunternehmen haben ihre Investitionen teilweise auf Eis gelegt, nachdem sich das Wirtschaftswachstum in China abgeschwächt hatte.

Die Entwicklung bei Caterpillar wird genau beobachtet, denn sie sagt viel über den Zustand der Bau- und der Bergbaubranche aus. Und nach den Zahlen zum 1. Halbjahr steht es um beide nicht gut. Gewinn und Umsatz gaben deutlich nach.

Auch die Geschäfte von SMT Scharf haben aufgrund rückläufiger Investitionen in Bergbauausrüstungen an Dynamik verloren. Der Umsatz ist im 1. Quartal deutlich zurückgegangen und ist auf ein schwächeres Neuanlagengeschäft zurückzuführen.

Die schwache Nachfrage nach Baugeräten und -maschinen belastete auch das Ergebnis von Wacker Neuson.

Nicht nur in Europa wurden die Geschäfte durch die schwache Konjunktur gedämpft, auch in den USA war der Geschäftsverlauf mehr als schwierig.

Solide Feuerwehrbranche

Das weltweite Absatzvolumen für Feuerwehrfahrzeuge ist in Folge der Wirtschaftskrise von 3 auf 2,8 Mrd € zurückgegangen.

Auch für 2013 wird aufgrund des schwachen gesamtwirtschaftlichen Umfeldes keine Verbesserung am Weltmarkt für Feuerwehrfahrzeuge erwartet.

In den entwickelten Märkten zeigt sich aufgrund der Budgetrestriktionen der öffentlichen Haushalte weiterhin eine Zurückhaltung bei den Auftragsvergaben.

Die Emerging Markets wiederum bieten das gewohnt unterschiedliche Bild: Während in einigen Ländern bereits Anzeichen einer Marktsättigung zu erkennen sind, besteht in Regionen wie dem Nahen Osten nach wie vor hoher Modernisierungsbedarf.

Generell kann man sagen, dass zurzeit vor allem in jenen Regionen in Feuerwehrtechnik und -ausrüstung investiert wird, in denen aufgrund von Sicherheitsrisiken oder nach Naturkatastrophen ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis vorhanden ist oder hohe Einnahmen aus der Förderung von Rohstoffen zur Verfügung stehen.

Darüber hinaus führen die weltweite Zunahme des Flugverkehrs und der Einsatz größerer Flugzeuge weiterhin zu einer starken Nachfrage nach Spezialfahrzeugen.

Rosenbauer ist aber bestens positioniert, um 2013 den Wachstumskurs der vorangegangenen Jahre fortsetzen zu können.

Der hohe Auftragsbestand, die gute Perspektive im Projektgeschäft und die erweiterten Produktionskapazitäten sollten eine weitere Steigerung ermöglichen.

3. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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