Spezialfahrzeugbau: Die Stimmung ist gut, wäre da nicht der Zollkonflikt

Barometer für die Stimmung in der Branche ist Caterpillar, die mit den Quartalszahlen positiv überraschten. (Foto: pio3 / Shutterstock.com)

Die Baumaschinenbranche hat die schwache Nachfrage nach Maschinen für den Schienen-, Straßen- und Bergbau sowie der Ölwirtschaft überwunden.

Als Barometer für die Stimmung im Sektor gilt Caterpillar, der mit seinen Quartalszahlen positiv überraschte und dank einer starken weltweiten Nachfrage einen Quartalsgewinn über den Markterwartungen verbuchte. Die Stimmung hätte besser nicht sein können. Trump hatte ein gigantisches Infrastrukturprogramm angekündigt. Naturgemäß gehört Caterpillar zu den größten Profiteuren einer solchen Politik.

Doch ausgerechnet jetzt kommt dem auch in China präsenten Konzern der Zollkonflikt dazwischen. Beispielsweise treffen Zölle auf Stahl und Aluminium die Hersteller von Landtechnikprodukten, zu denen auch Caterpillar zählt, da die Preise für diese Metalle steigen dürften. In der Kohleindustrie geht es wieder aufwärts. Bei SMT Scharf hat sich die Belebung der Auftrags- und Umsatzlage im Auftaktquartal fortgesetzt.

Im 1. Quartal konnte sowohl im Neuanlagen- als auch im Servicegeschäft der Umsatz gesteigert werden. Mit der Übernahme des kanadischen Bergbauspezialisten RDH Mining Equipment ist SMT Scharf noch breiter im Markt aufgestellt. Mit der hinzugewonnenen Batterie- und Elektrokompetenz von RDH kann SMT Scharf jetzt auch die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen bedienen.

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Die Nachfrage nach Landwirtschaftsmaschinen steigt

Der Landwirtschafts- und Baumaschinenhersteller Deere hat in seinem 2. Geschäftsquartal von einer gestiegenen Nachfrage und der Akquisition der Wirtgen Group profitiert. Aber auch der Verkauf von Landmaschinen in Nord- und Südamerika macht solide Fortschritte. Von Februar bis April stieg der Umsatz um 29%, der Gewinn betrug 1,2 Mrd. $; das waren knapp 50% mehr als im Vorjahr. Deere meldete ein weiteres Quartal mit einer starken Performance, unterstützt von einer Verbesserung der Marktbedingungen und innovativen Produkten.

Auch Wacker Neuson ist mit einem Umsatzplus von 9,5% erfolgreich in das Jahr 2018 gestartet. Der Umsatz stieg in allen Regionen und Sparten. Treiber waren die hohe Nachfrage aus der europäischen und nordamerikanischen Baubranche sowie die guten Entwicklungen der Marken Weidemann und Kramer in der Landwirtschaft. Stark entwickelte sich vor allem China, wo der Konzern im Januar 2018 mit der Serienproduktion von Minibaggern begonnen hat.

Herausragende Entwicklung bei Flurförderzeugen und Lagertechnik

Das Weltmarktvolumen für Flurförderzeuge entwickelte sich im 1. Quartal 2018 positiv und wuchs um 12%. Treibende Kraft war die Nachfrage im asiatischen Markt mit Schwerpunkt China. In Westeuropa legte das Marktvolumen um 5% zu. Zum weltweiten Anstieg der Nachfrage im Produktbereich Lagertechnik um 13% trug neben Asien auch Nordamerika bei. Diese Entwicklung ist günstig für Jungheinrich. Nach dem Erfolgsjahr 2017 verlief auch das 1. Quartal 2018 gut. Eine hohe Nachfrage nach Gabelstaplern und Lagertechnik hat die Geschäfte von Jungheinrich angetrieben. Auftragseingang und Umsatz wurden deutlich gesteigert.

Jungheinrich blickt deshalb optimistisch auf das laufende Jahr. Im Mittelpunkt stehen der Ausbau der Position im Kernmarkt Europa und die Expansion im Bereich Logistiksysteme.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.