Spezialmaschinenbauer Aixtron schockt Aktionäre

Gestern fanden Sie an dieser Stelle einen kurzen Branchenbericht zum deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Ich habe Ihnen zunächst erklärt, warum ich für diese Branche trotz einiger aktueller Probleme mehr Licht als Schatten sehe und abschließend mit der Krones AG einen deutschen Anlagenbauer vorgestellt, den ich recht positiv sehe.

Heute möchte ich Ihnen von einem Spezialmaschinenbauer berichten, der bereits seit Jahren mit Problemen zu kämpfen hat und heute erneut seine Aktionäre geschockt hat. Es handelt sich dabei um das im TecDax notierte Unternehmen Aixtron.

Weniger Umsatz und höherer Verlust im 2. Quartal

Der Umsatzrückgang bei dem Spezialmaschinenbauer Aixtron beschleunigte sich im abgelaufenen 2. Quartal noch einmal. Zudem fiel wegen gestiegener Kosten der Verlust deutlich höher aus als im Vorjahreszeitraum.

Doch es gibt auch einen Hoffnungsschimmer: Der Auftragseingang entwickelte sich positiv. Allerdings: Der Umsatz sank zuletzt im Vergleich zum Vorjahr um fast 13% auf 40,4 Mio. Euro und das Minus, welches unter dem Strich steht, belief sich nach 11,6 Mio. Euro im Vorjahr zuletzt auf 18,1 Mio. Euro.

Analysten und Branchenexperten hatten mit einem deutlich besseren Ergebnis gerechnet. An der Prognose für das Gesamtjahr hält Aixtron aber nach wie vor fest. Denn: Unternehmens-Chef Martin Goetzeler, der seit März 2013 an der Spitze von Aixtron steht, setzt in der zweiten Jahreshälfte 2015 auf eine deutliche Belebung des Geschäfts.

Der Umsatz soll im Gesamtjahr also nach wie vor auf 220 bis 250 Mio. Euro steigen (in 2014 waren es 193,8 Mio. Euro) und zumindest auf Basis des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll die Gewinnschwelle erreicht werden.

Aixtron kämpft seit Jahren mit Problemen

Der mit hohen Überkapazitäten in der LED-Branche kämpfende Spezialmaschinenbauer Aixtron wartet seit Jahren auf eine wieder dauerhaft anziehende Nachfrage. Hoffnung machte im September 2014 ein Großauftrag aus China. Wenn Aixtron das Umsatzziel für das laufende Jahr erreichen will, muss sich das Unternehmen nach meiner Einschätzung mächtig strecken.

Denn: Nach den ersten 6 Monaten des laufenden Jahres steht gerade einmal ein Umsatz von 80,7 Mio. Euro zu Buche. Allerdings würde das Unternehmen selbst bei Erreichen der Umsatzziele für 2015 noch immer Meilenweit entfernt von der Größenordnung bleiben, die im Jahr 2010 erreicht wurde. Damals lag der Umsatz noch bei 783 Mio. Euro.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Kursverlauf der Aixtron-Aktie wider: Während die Aktie im März 2011 noch bei rund 31 Euro notierte, liegt der aktuelle Kurs bei nur noch knapp über 5 Euro. Die Aixtron-Aktie hat damit innerhalb der vergangenen gut 4 Jahre über 80% an Wert verloren.

Wie sich die Aixtron-Aktie in Zukunft entwickelt, wir sehr stark davon abhängen, ob das Unternehmen es schafft, die Prognosen für 2015 zu erreichen und im nächsten Schritt wieder zu wachsen und Gewinne zu erzielen.

28. Juli 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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