Spielerisch zu satten Renditen

Die Computerspiele-Branche ist erwachsen geworden – und milliardenschwer. Wie Sie sich ein Stück vom Kuchen abschneiden. (Foto: Electronic Arts)

Computerspiele sind längst kein Thema von pickligen Pubertierenden mehr. Inzwischen setzt die Branche Milliarden um und lässt so manchen Kinofilm gemessen an den Einnahmen alt aussehen. Einer der Pioniere bei Videospielen ist Electronic Arts. Wer kennt nicht die zahlreichen Sportsimulationen wie Fifa oder auch den Shooter Battlefield? Wir erklären Ihnen, warum die Aktie einer unserer Favoriten ist. Aber zunächst zum Unternehmen selbst.

Die 1982 gegründete Electronic Arts (EA) ist der weltweit führende Anbieter von interaktiver Spiele-Software für den PC (wie EA Sports oder Harry Potter) und für Videospiel-Konsolen (PlayStation, Xbox und Nintendo GameCube). Daneben betreibt der Konzern die Online- und E-Commerce-Division EA.com und bezieht Abonnementgebühren.

Gute Entwicklung im Konsolengeschäft

EA setzte die Erfolgsstory im abgelaufenen Geschäftsjahr fort. Die Zahlen lagen zwar leicht unter unseren Erwartungen, können sich aber dennoch sehen lassen. Konkret legte der Umsatz um 6,3% auf 5,2 Mrd $ zu. Gleichzeitig sind die Produktionskosten weiter zurück gegangen. Der Gewinn vor Steuern (EBT) stieg um 19,8% auf 1,5 Mrd $.

Als Folge verbesserte sich die EBT-Marge um mehr als 3 Prozentpunkte auf 28,1%. EA profitiert von der Digitalisierung der Privathaushalte. Während die physischen Produktverkäufe seit Jahren rückläufig sind, boomt das Download-Geschäft. Der Vorteil: Kosten für die Produktion der CDs, die Verpackung, Verschiffung und Distribution fallen weg. EA gelang es dadurch, die Profitabilität über die vergangenen Jahre deutlich auszubauen.

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Dass EA eine Cash-Maschine ist, zeigt auch die Entwicklung des Cashflows, der mit 1,7 Mrd $ ein neues Rekordhoch aufstellte. Die Kassenbestände stiegen auf 4,3 Mrd $ an. Getragen wurde die Entwicklung von den Kassenschlagern FIFA, Battlefield 1, Mass Effect: Andromeda und Star Wars. Insgesamt legte das Digitalgeschäft um 20% auf 3,5 Mrd $ zu, während der Umsatz mit physischen Produkten um 14% auf 1,7 Mrd $ zurückging.

EA erzielte in allen Konsolen-Segmenten ein Umsatzplus. Besonders positiv entwickelte sich jedoch mit einem Anstieg von 14,3% auf 3,5 Mrd $ das klassische Konsolengeschäft (Xbox One, PlayStation 4 und Nintendo Switch).

Warum uns die EA-Aktie gefällt

Von der zunehmenden Begeisterung von Sportevents wie der Weltmeisterschaft profitiert auch EA. Zwar ist die Aktie schon ambitioniert bewertet, doch stimmt der Wachstumspfad und zunehmend auch die Profitabilität. In einem Wachstumsmarkt wie bei Videospielen können Anleger durchaus das ein oder andere Aufgeld auf den Tisch legen. Die Aktie ist aussichtsreich.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.