Spinnerei-Zulieferer glänzt mit High-Tech

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Zulieferer für die Textilindustrie? Klingt nicht gerade spannend! Doch gerade günstige Massenware braucht effiziente Maschinen. (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Die Schweiz hat durchaus mehr zu bieten als guten Käse, leckere Schokolade und eine hohe Lebensqualität. Insbesondere Maschinenbau-Unternehmen glänzen in Nischen mit ihren Produkten. Maschinenbauer haben den Vorteil, dass ihre Produkte gerne auch etwas teurer sein dürfen.

Wenn eine Maschine für Millionen Produkte verantwortlich zeichnet, lohnt es sich oft, auf Top-Qualität zu setzen. Selbst für Produzenten aus vermeintlichen Billiglohnländern. Aus diesem Grund ist auch die Schweizer Rieter Holding noch immer so erfolgreich. Rieter produziert Maschinen und Komponenten für die Verarbeitung von Natur- und synthetischen Fasern sowie deren Mischungen zu Garnen.

Rieter ist weltweit der einzige Anbieter, der sowohl die Prozesse für Spinnereivorbereitung als auch sämtliche vier Endspinnverfahren abdeckt. Der Konzern ist mit 18 Produktionsstandorten in 9 Ländern vertreten. Die Autotechnik wurde im Mai 2011 abgespalten und an die Börse gebracht.

Sparmaßnahmen sollen Rendite bringen

Rieter hat im 1. Halbjahr den Umsatz um 6,1% gesteigert und den Gewinn mehr als verdoppelt, aber deutlich weniger Aufträge erhalten. Verantwortlich war ein schwaches Maschinengeschäft. In dieser Sparte hat sich der Auftragseingang auf 225,5 Mio SFr mehr als halbiert.

Wegen schrumpfender Margen halten sich die Spinnereien mit Investitionen zurück. Besonders aus China und der Türkei kamen weniger Bestellungen. Dagegen blieb die Nachfrage nach Ersatzteilen, Serviceleistungen und Komponenten stabil, sodass sich konzernweit ein Auftragsrückgang von 41% auf 388,3 Mio SFr errechnete.

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Dank des hohen Auftragsbestands von 730 Mio SFr zu Jahresbeginn konnten aber alle drei Sparten den Umsatz steigern und die Rentabilität deutlich verbessern.

Die im Zuge der Frankenaufwertung frühzeitig eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung haben bereits Wirkung gezeigt. Im 2. Halbjahr stehen die Reduktion des Einkaufsvolumens in SFr sowie die Straffung der Produktionsstruktur am Standort Winterthur auf der Agenda.

Vor dem Hintergrund des aktuellen Auftragsbestands von nur noch 540 Mio SFr und der anhaltenden Investitionszurückhaltung hat das Management die Jahresprognose bestätigt: Umsatz, operatives Ergebnis und Nettogewinn werden die Vorjahreswerte nicht erreichen. Mittelfristig peilt der Konzern einen Umsatz von 1,3 Mrd SFr und eine operative Marge von 10% an.

Rieter: Wir erwarten marktkonforme Entwicklung

Um diese Ziele zu erreichen, wird vor allem das hoch profitable Service- und Ersatzteilgeschäft ausgebaut. Wir halten die Jahresziele für realistisch, rechnen aber mit einer besseren Marge (2014: 7,3%).

Das Timing erhöhen wir und erwarten im Gleichschritt mit dem Markt steigende Kurse. Die Dividendenrendite von 3,1 Prozent ist für Aktionäre eine nette Dreingabe.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.