Splunk: Spezialist für Maschinendaten nach Milliardendeal im Rückwärtsgang

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Splunk-Aktie: Big-Data-Konzern glänzt mit kräftigen Wachstumsraten und macht mit milliardenschwerer Übernahme auf sich aufmerksam (Foto: Alexander Tolstykh / Shutterstock.com)

In Zukunft dreht sich alles um Daten. Big Data ist mehr als nur ein Modewort. Heutzutage wird durch Klicks auf Webseiten, Applikation-Server und Apps eine regelrechte Datenflut erzeugt. Ohne entsprechende Hilfsmittel können jedoch nur wenige Informationen aus dem Datenstrom gezogen werden – er fließt direkt ins Nirvana. Kein Wunder also, dass sich Firmen mit aussichtsreicher Analysesoftware hoher Beliebtheit erfreuen.

Auch der Datenanalysespezialist Splunk profitierte von diesem Trend. Konnten Sie sich Anfang 2017 noch eine Aktie für knapp 50 Dollar ins Depot legen, mussten Sie Ende Juli schon über 140 Dollar für einen Anteilschein berappen. Doch seither befindet sich der Kurs im Konsolidierungsmodus. Trotz starker Quartalszahlen und einer aussichtsreichen Übernahme steht die Aktie unter Druck und notiert mittlerweile bei 118 Dollar deutlich unter ihrem Höchstkurs.

Splunk – der Spezialist für große Datenmengen…..

Nun aber erst einmal zum Geschäftsmodell des US-Konzerns. Die Software-Produkte von Splunk helfen den Kunden unstrukturierte Datenmengen (Big Data) zu überwachen, zu analysieren und aufzubereiten. Der Name „Splunk“ leitet sich von dem Begriff „spelunking“ (Höhlenforschung) ab und bezieht sich auf die Analyse von bislang unbekannten Datenquellen.

Splunk bietet Log-, Monitoring- und Reporting-Tools, die maschinell generierte Daten für alle Benutzer zugänglich, nutzbar und damit wertvoll machen. Das Unternehmen aus San Francisco konnte bereits mehr als 15.000 Kunden in über 110 Ländern gewinnen, darunter auch bekannte Namen wie Adobe, Bosch, Coca-Cola oder die Deutsche Bahn.

…..mit Cloud-basiertem Abomodell

Untersucht werden beispielsweise Klickverhalten von Onlinekunden, Transaktionsdaten, Netzwerkaktivitäten und Anrufaufzeichnungen (z.B. von Call-Centern). Dazu werden Protokoll-, Verbindungs- und Messdaten, sowie weitere Daten von Applikationen, Servern und Netzwerkgeräten durchsucht und indiziert.

Durch die Auswertung in Echtzeit und die Erstellung von Grafiken, Berichten und Warnmeldungen können in Unternehmen z.B. Störfälle oder Verbesserungspotenziale erkannt und umgehend adressiert werden. Die Produkte werden vor allem als Cloud-basierte Abonnements vermarktet, so dass Splunk über ein sehr lukratives und skalierbares Geschäftsmodell mit hoher Kundenbindung verfügt.

Nahezu grenzenloses Wachstum

Mit seiner Positionierung ritt Splunk in den zurückliegenden Jahren regelrecht auf einer Erfolgswelle. Seit 2010 vervielfachten sich die Erlöse von 35 Millionen auf 1,8 Milliarden Dollar im letzten Geschäftsjahr. Allerdings verharrt der Konzern weiterhin in der Verlustzone. In 2018 lag der Nettoverlust bei 279 Millionen Dollar. Kumuliert verbrannte der Konzern in den vergangenen fünf Jahren immerhin 1,3 Milliarden Dollar.

Beeindruckendes Wachstum im abgelaufenen Quartal

Bislang störten die Verluste die Anleger nicht. Sie legten ihr Augenmerk auf die Wachstumsraten und die waren auch im gerade abgelaufenen Quartal wirklich beachtlich. Splunk erwirtschaftete im zweiten Quartal Umsätze von 516,6 Millionen Dollar, was einem Wachstum von 33% entspricht. Beinahe 500 neue Geschäftskunden konnte das Unternehmen im letzten Vierteljahr gewinnen, darunter renommierte Firmen wie ABB, Verizon Media und Zoom Communications.

Unter dem Strich fiel allerdings ein Verlust von 67 Cent je Aktie an und damit nur geringfügig weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (71 Cent je Aktie).

Splunk mit Milliardenübernahme

Zeitgleich mit den Quartalszahlen gab Splunk auch eine milliardenschwere Übernahme bekannt. Für 1,05 Milliarden Dollar schluckt der Konzern SignalFX, einen Spezialisten für Cloud Monitoring Software. Zukunft können Splunk-Kunden die Produkte von SignalFx nutzen, um ihre Datenzentren und in der Cloud-Umgebung laufenden Applikationen in Echtzeit zu überwachen. . Für die Übernahme von SignalFx zahlt Splunk 60% der Summe in bar und 40% in eigenen Stammaktien.

Fazit:

Die vorgelegten Geschäftszahlen für das zweite Quartal haben ein beeindruckend starkes Wachstum gezeigt. Trotz der erreichten Firmengröße wächst Splunk mit mehr als 30%, im Cloud-Bereich sogar mit 80%. Das Unternehmen geht davon aus, dass bis Ende des Jahres praktisch alle Umsätze mit neuer Software Cloud oder auf Laufzeitlizenzen basieren werden. Im Zuge dessen passt die Firma ihre Planung an. Die Umsatzprognose wurde für 2020 auf 2,3 Milliarden Dollar nach oben genommen (alt: 2,25 Mrd. Dollar). Allerdings wird der operative Netto-Cashflow nun bei -300 Millionen Dollar erwartet. Bislang ging der Konzern noch von einem positiven Cashflow von 250 Millionen Dollar aus.

Die Anleger zeigen sich skeptisch und haben sich offenbar einen stärkeren Fokus auf das Erreichen der Gewinnschwelle gewünscht. Der Spagat zwischen Wachstum und Profitabilität wird noch einige Quartale anhalten.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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