Sportlich und wirtschaftlich schlägt Bayern München den BVB

Der Aktienmarkt ist ruhig in die neue Handelswoche gestartet. Der DAX ging mit einem kleinen Minus aus dem Handel. Mit 9.963 Punkten bleibt die 10.000-Punkte-Marke in Sichtweite, erweist sich aber als hohe Hürde.

Zu den Tagesverlierern gehörte heute am deutschen Aktienmarkt die einzige börsennotierte Fußball-Aktie. Nach dem Absturz auf Tabellenplatz 18 verlor die BVB-Aktie über 4%.

Zwar ist Borussia Dortmund, also der BVB, der einzige Fußball-Verein in Deutschland, der börsennotiert ist, dennoch möchte ich heute in finanzieller Hinsicht den BVB mit dem FC Bayern München vergleichen.

Der BVB war in den vergangenen Jahren – zumindest bis zu dieser Bundesliga-Saison – sportlich der größte Konkurrent der bisweilen übermächtig erscheinenden Bayern. Doch wie sieht es finanziell aus? Wie schlägt sich Borussia Dortmund, wie die BVB-Aktie und wie der FC Bayern München? Diesen Fragen möchte ich jetzt für Sie untersuchen.

Die Geschäftszahlen des FC Bayern München

Der FC Bayern erzielte in der Saison 2013/2014 einen Umsatz in Höhe von 529 Mio. Euro und einen Vorsteuergewinn von 25,9 Mio. Euro. Der Umsatz, der in der Saison 2008/2009 noch bei 304 Mio. Euro lag, wurde damit in den vergangenen fünf Jahren um 74% gesteigert.

Der Vorsteuergewinn kletterte im selben Zeitraum von 1,5 auf 25,9 Mio. Euro und damit um über 1.600%. Das sind beeindruckende Dimensionen. Da der FC Bayern vor kurzem bekanntgab, dass das Stadion in München, die Allianz-Arena, jetzt vollständig abbezahlt ist, sieht es für die Zukunft wirtschaftlich noch besser aus.

BVB: Dividendenhöhe und jüngste Quartalszahlen

Die Dividende, die der BVB seinen Aktionären für das Geschäftsjahr 2013/2014 ausschütten will, liegt (wie im Vorjahr) bei 0,10 Euro je Aktie. Das entspricht auf Basis des aktuellen Aktienkurses von rund 4,01 Euro einer Dividendenrendite von 2,49%.

Im Jahr 2012 schüttete der Fußballverein, dessen Vereinsfarben schwarz und gelb sind, erstmals eine Dividende aus. Diese lag damals bei 0,06 Euro je Aktie. An die Börse gingen die Schwarz-Gelben bereits vor rund 14 Jahren im Oktober des Jahres 2000.

Der Ausgabekurs lag damals bei 11 Euro. Einige BVB-Aktionäre der ersten Stunde ärgern sich daher im Augenblick sicherlich nicht nur über die sportlichen Probleme des Vereins.

Im abgelaufenen 1. Quartal des Geschäftsjahres 2014/2015, welches am 30. September endete, steigerte der BVB den Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 17,5% auf 70 Mio. Euro. Der Vorjahreswert lag bei 59,5 Mio. Euro.

Der operative Gewinn (EBIT) verbesserte sich nach 2,3 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf zuletzt 3,8 Mio. Euro. Auch der Quartalsgewinn steigerte sich von 1,2 auf 1,4 Mio. Euro.

Fazit: Der FC Bayern scheint noch übermächtiger zu werden

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Investition in den FC Bayern München in der Vergangenheit die bessere Alternative zu einer Investition in die Borussia-Dortmund-Aktie gewesen wäre.

Die gegenwärtige sportliche Dominanz der Bayern und die sportliche Schwäche des BVB sowie die bereits angesprochene Tatsache, dass der FC Bayern die Allianz-Arena vorzeitig abbezahlt hat, dürften dafür sorgen, dass dies in Zukunft auch so bleiben wird.

Damit sollte sich die Dominanz der Bayern – zumindest gegenüber Dortmund – künftig noch weiter ausweiten.

Ob dies aus sportlicher Sicht für die Bundesliga gut oder schlecht ist, darüber lässt sich sicherlich diskutieren. Man muss aber neidlos anerkennen: Wirtschaftlich hat der FCB in den vergangenen Jahren weniger Fehler gemacht als Konkurrenten mit ähnlichen Standortbedingungen.

1. Dezember 2014

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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