S&T: Ein erfolgreiches mittelständisches IT-Systemhaus

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Die Aktie des österreichischen Unternehmens S&T hat sich über längere Zeit sehr erfreulich entwickelt, zuletzt aber etwas nachgegeben. Eine Chance? (Foto: Wiener Börse AG)

Heute möchte ich Ihnen einen Mittelständler aus Österreich vorstellen, über den ich an dieser Stelle bislang noch nicht geschrieben habe. Die Rede ist von der S&T AG. Das im oberösterreichischen Linz ansässige Unternehmen ist noch recht jung an Jahren, aber besonders in Österreich und Osteuropa stark vertreten.

Im Jahre 1993 gründeten der Wirtschaftswissenschaftler Thomas Streimelweger und der Physiker Karl Tantscher, beide ehemalige Hewlett-Packard (HP) Mitarbeiter, das IT-Systemhaus S&T.

In den frühen Jahren lag der Fokus auf dem Vertrieb von HP-Produkten. Das Unternehmen gründete schon früh Vertriebsniederlassungen in der Slowakei, Bulgarien und der Ukraine. Später wurde S&T auch in Rumänien, Moldawien und dem ehemaligen Jugoslawien aktiv.

Börsengang 1998 und weitere Ausdehnung in Osteuropa

Nur 5 Jahre nach der Gründung ging das junge Unternehmen an die Börse. Die Aktien der S&T System Integration & Technology Distribution AG wurden zunächst an der Brüsseler Computerbörse EASDAQ gelistet.

Durch die Übernahme des Unternehmens Hermes Plus im Jahre 1999 erweiterte die S&T AG ihre Präsenz auf Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien. Durch weitere Zukäufe weitete S&T nach der Jahrtausendwende die Zahl seiner Repräsentanzen in den meisten osteuropäischen Ländern stark aus.

Erweiterung des Produktportfolios

Seit 1999 erweiterte S&T seine Angebotspalette um IT-Consulting und -Dienstleistungen. Im gleichen Jahr wurde S&T exklusiver Vertriebspartner für Medizinprodukte von Philips. Durch den Kauf mehrerer Unternehmen stieg S&T 2014 auch in den Smart-Energy-Sektor ein.

Im Jahr 2016 erwarb S&T das Kundensegment IT-Markt der Raiffeisen-Informatik-Gruppe und erweiterte sein Portfolio in den Bereichen Rechenzentrumsbetrieb, SAP-Betrieb bzw. SAP-Consulting und Softwareentwicklung im Bereich Collaboration Management Software.

Im Jahre 2012 fusionierte S&T System Integration & Technology Distribution AG mit der österreichischen Quanmax AG. Das fusionierte Unternehmen firmierte fortan als S&T AG. Im Jahr 2017 kaufte S&T den deutschen Embedded-Computer-Hersteller Kontron. Die Augsburger Kontron ging in S&T auf und wird heute als Marke weitergeführt.

S&T in Zahlen

Die S&T AG erzielte im Wirtschaftsjahr 2018 einen Umsatz von 990,90 Mio. Euro und damit gute +12,3% mehr als im Vorjahr. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich in 2018 auf 90,50 Mio. Euro, ein Plus von stolzen +33,1%.

Auch die jüngst veröffentlichten Halbjahreszahlen lesen sich gut: Der Umsatz wuchs im 1. Halbjahr 2019 um +12% und der Gewinn (EBITDA) stieg im Vergleich zu den Vorjahreszahlen um +21% auf 44,3 Mio. Euro.

Die S&T-Aktie, die sich über längere Zeit sehr erfreulich entwickelt hatte, notierte in diesem Jahr schon bei gut 25 Euro, sackte zuletzt aber auf unter 18 Euro ab. Fallen die 9-Monats-Zahlen trotz der aktuellen Konjunkturschwäche ebenso stark wie die Halbjahreszahlen aus, ist die Aktie einen Blick wert.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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