Staatsbankrott Griechenland: IWF-Ökonom mit beunruhigender Prognose

Mann Aktien – Phongphan – shutterstock_574318042

Griechenland vorm Staatsbankrott: Führender IWF-Ökonom spricht Klartext. Griechenland steht vor dem Abgrund. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Einem führenden IWF Ökonom folgend, wird Griechenland wahrscheinlich ein Staatsbankrott bevorstehen.

Und dies, so war zu lesen, sogar noch vor März 2012.

Beunruhigende Prognose eines Insiders

Es kann schon 2011 geschehen. Und in diesem Fall wohl bereits nach den aktuell stattfindenden Verhandlungsrunden zum  Rettungsprogramm.

Dieses Zugeständnis ist äußerst beunruhigend. Beunruhigend besonders mit Blick auf die Quelle.

Hier äußert sich Jemand, der die Griechenland-Misere gewissermaßen live miterlebt. Jemand, der in eben jener Institution tätig ist, die maßgeblich am Rettungsprogramm beteiligt war und ist.

Es geht um den Internationalen Währungsfonds.

Die Schuldenfalle wird überdeutlich

Die aktuellen Griechenland-Gespräche drehen sich um die erste Rettungsaktion, die vor über einem Jahr beschlossen worden.

Griechenland verfehlte die ihm auferlegten Ziele deutlich.

Die Abgesandten von EU, EZB und IWF schoben ihren Besuch Griechenlands auf, nachdem diese herausgefunden hatten, dass das Defizit Griechenlands höher ausfallen wird, als erwartet.

Man wollte in zehn Tagen zurückkehren, hieß es.

Die griechische Regierung lässt indes verlauten, dass jegliche weiteren Schritte die Rezession lediglich vertiefen.

Die Situation werde damit generell nur schlimmer, keinesfalls aber besser. Die Problematik ‘Schuldenfalle‘ wird an dieser Stelle überdeutlich.

Staatsbankrott erwartet

Was das Wall Street Journal verlauten lässt, nimmt sich in diesem Kontext auch nur konsequent aus.

Und dennoch, es hat eben auch etwas Irritierendes, wenn überdeutlich in einer einflussreichen internationalen Tageszeitung geschrieben steht:

„Ich rechne ganz klar vor März mit einem Staatsbankrott; eventuell dieses Jahr, und er könnte sich mit der aktuell stattfindenden Prüfung des Rettungsprogramms ergeben“.

So verriet ein führender Ökonom des IWF, der die derzeitige Situation aus nächster Nähe beobachtet.

„Die Chancen für ein zweites Rettungsprogramm sind gering.“

Domino-Effekt in Sicht

Ein Staatsbankrott bedeutet einen chaotischen Ausfall. Und ein solch unkontrollierter Ausfall kann einen ernst zu nehmenden Domino-Effekt auslösen.

Es könnten beispielsweise Banken in die Insolvenz getrieben werden (wie etwa französische Banken, deren Belastung durch Fremdkapital sehr hoch ist).

Ebenfalls könnten die Umlaufrenditen anderer Länder in die Höhe getrieben werden. Ganz zu schweigen von den Folgen für Griechenland selbst.

Die EZB hat spanische und italienische Anleihen gekauft und es damit geschafft, die Situation zu stabilisieren. Die 10jahres Effektivverzinsung liegt nach dieser Intervention bei ungefähr 5 Prozent.

Der kürzlich zu beobachtende Rückzug Italiens in Hinblick auf manche der vorgeschlagenen Maßnahmen und die politischen Probleme Berlusconis ließen die Effektivverzinsung dagegen wieder ansteigen.

Sicher ist nur die Unsicherheit

Alles in Allem stellt die Rettungsaktion nur einen einzigen Umstand sicher: Einen Notstand zur jeweiligen Prüfung des Rettungsprogramms.

Letztes Mal endete diese Prüfung  mit einer Umbesetzung der griechischen Regierung, einer erneuten Sparpolitik und gewalttätigen Protesten auf den Straßen Athens.

Auch in den Geber-Ländern wächst der Widerstand. Werden die aktuellen Verhandlungen eine Chance für den Umschwung sein? Wird sich der Rettungsschirm rentieren?

Euro-Dollar Kursverhältnis in Gefahr

Dieser Umstand ist auch eine der Ursachen, die letzten Freitag das Euro-Dollar Kursverhältnis auf Talfahrt schickten.

Der Euro verliert gegenüber dem Dollar an Wert. Und dies trotz des Null-Job-Anstieges in den USA, dem Stillstand am Arbeitsmarkt also.

Auch der Vermehrte Druck von Dollar ändert am Euro-Dollar Verhältnis wenig.

Auch diese Woche wird der fundamental kränkelnde Euro damit weiter fallen.

Mann Aktien – Phongphan – shutterstock_574318042

Carnival: Kreuzfahrtbetreiber in SeenotCarnival: Corona-Krise schlägt mit voller Wucht zu. Größter Kreuzfahrtbetreiber händeringend auf der Suche nach Liquidität. Aktienkurs setzt rasante Talfahrt fort.  › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von David Gerginov. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz