Staatsbankrott kommt: wie erwartet droht der Crash. Vorsorgecheck für Sie

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Der Crash in Italien steht offenbar ebenso bevor wie in Portugal. Griechenland ist weiter. Sie können gegen die Krise investieren. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Wäre das Thema nicht so dramatisch, könnte ich darüber hinwegsehen: es läuft alles wie erwartet. Die Eurozone klappt mittlerweile regelrecht zusammen. Alle rechtlichen Schranken sind aufgehoben oder verschieben sich. Die EZB verteilt Gelder, die wir alle noch gar nicht haben. Achtung: die Finanzkrise spitzt sich weiter zu. Unterziehen Sie Ihr Depot kurz dem Vorsorgecheck.

Sachwerte: nur welche?

Die Fakten haben Sie in den vergangenen Tagen wahrscheinlich bereits alle vernommen: Italien ist so hoch verschuldet, dass die EZB auch Rom bald retten muss. Noch wehrt sich die Regierung gegen diese Darstellung. Dasselbe Muster kennen Sie dank Griechenland und Portugal schon aus dem berühmten Eff-Eff.

Die Gelder werden fließen – und frisch erzeugt durch neue Anleihen. Auch dieses Muster hat sich inwzischen an den Finanzmärkten durchgesetzt. Die EZB kauft einfach Anleihen der emittierenden Staaten und nimmt diese dann in ihrer Bilanz auf. Das erzeugt auf dem Papier und damit im Wirtschaftskreislauf gleich neues Geld und heizt die Preisentwicklung an.

Alles läuft in die Richtung, die ich Ihnen beschrieben hatte und die nur eine Lösung für Ihre Vorsorge kennt: Sachwerte. Investieren Sie in Sachwerte wie Aktien, wie Immobilien und in Edelmetalle. Jetzt werde ich konkreter: welche Sachwerte die richtigen sind, lesen Sie sofort.

Sachwerte ohne Geldbedarf beim Staatsbankrott wichtig

Sachwerte sind weitgehend unabhängig von den aktuellen Entwicklungen. Im Kern läuft es jetzt darauf hinaus, dass Geld weniger wert sein wird und dass Gläubiger bei verschiedenen Schuldnern einen Teil ihrer Forderungen abschreiben müssen.

Dies wird sowohl gegenüber Staaten passieren als auch gegenüber Unternehmen, die heillos verschuldet sind. Da die Rating-Agenturen zusehends den Daumen senken, wird die Neuverschuldung für zahlreiche Unternehmen teurer. Die können sich das kaum leisten und werden reihenweise in Schwierigkeiten geraten – garantiert.

Daher bleiben Sie bei echten Sachwerten. Das sind diejenigen Werte und Vermögen, die kaum oder möglichst wenig Geld benötigen. Geld wird knapper.

Keine Laufzeiten haben. Jede Geldforderung hat theoretisch Laufzeitvereinbarungen, auch “endlose” Zertifikate haben Ausstiegsszenarien.

Kriterien vor einem Crash beachten

Wenn Sie diese beiden Kriterien, die ich auch im “Neuen Deutschen Geldanlagebrief” im 100%-Mehr-Netto-Depot angewandt habe, beachten, werden Sie mit der Krise wenig zu tun haben.

Prüfen Sie selbst:

Immobilien: Wenn Sie Immobilien kaufen und selbst nutzen, sinkt Ihr Geldbedarf in den nächsten Jahren. Selbst wenn Sie sich einen Kredit organisieren müssen – je schneller Sie das Geld haben, desto besser. Eine Geldentwertung kann Sie zumindest nicht mehr negativ treffen.

Die Preise für selbst genutzte und vor allem selbst nutzbare Immobilien am Markt werden dann weiter steigen. Schon jetzt ziehen auch die Preise für so genannten “B-Lagen” deutlich an. Die Preisentwicklung verfolge ich schon seit längerem vor allem im “Neuen Deutschen Geldanlagebrief”. Dort bestätigen wir den aktuellen Trend fortlaufend – und erhalten auch Rückmeldungen von Investoren und Maklern, die dies bestätigen.

Edelmetalle: Preise steigen

Unabhängig von Tagesschwankungen oder Wochen”krisen” stimmt auch der Trend bei Edelmetallen. Kein Wunder: hier finden Sie ebenfalls weder Geldbedarf noch Laufzeitbeschränkungen. Vorausgesetzt, Sie kaufen tatsächlich physische Edelmetalle und keine Zertifikate.

Gold und Silber brauchen kein Geld, sondern sind Geld. Schon jetzt können Sie in einigen US-Bundesstaaten Steuerschulden mit Goldmünzen begleichen. Undenkbar, so hieß es dazu noch vor Jahren.

Der Verzicht auf eine Laufzeit bei dieser Investition bringt Ihnen gleich einen Doppelvorteil. Sie gehen keine zeitpunktbezogenen Wetten wie mit Zertifikaten oder anderen Anleihen ein. Die Entwicklung auf einzelne Tage hin kann kein Mensch prognostizieren.

Zudem aber können Sie sogar Krisen wie jüngst beim Silber bequem aussitzen. Da Geld sich automatisch entwertet, wird die Entwicklung des Preises – gemessen in Geld – sich anpassen. Selbst eine Währungsreform würden Sie mit Silber oder Gold einfach überstehen. Aus Ihrer Sicht “heißt” das Geld dann nur anders.

Konkret empfehle ich Ihnen dazu: Streichen Sie wie empfohlen alle Anleihen und Zertifikate zu Edelmetallen aus Ihrem Depot. Diese werden in Geld gemessen und in Geld zurückgezahlt. Ihne droht sogar ein Zahlungsausfall, wenn Geld knapper wird.

Kaufen Sie stattdessen physische Edelmetalle und lagern einen Teil in Deutschland, einen anderen Teil etwa in der Schweiz. Adressen für Lager erhalten Sie bei den dortigen Banken.

Aktien: die richtigen Unternehmen brauchen kaum Geld

Die 2-Punkte-Prüfliste funktioniert auch bei Aktien und ist für Ihre Vorsorge wichtig:

Gute Unternehmen für die anstehende Verschärfung der Krise brauchen kaum oder sogar gar kein Geld. Denn: Der Investitionsbedarf ist gering. Dazu gleich anschließend ein Beispiel.

Der zweite Punkt betrifft auch hier die Laufzeit. Beschränken Sie die Haltedauer nicht. Auch nicht durch Stop-Loss-Limits, es sei denn, Sie brauchen absehbar liquide Mittel. Ansonsten wird der Laufzeitverzicht Ihnen selbst bei sinkenden Kursen keine schlaflosen Nächte bereiten.

Voraussetzung: Sie gründen Ihre Vorsorge auf Unternehmen mit geringem Investitionsbedarf wie etwa bei folgenden Ags, die wir nach der “Investitionsquote vom “Cash flow” (Zahlungsmittelzufluss) geordnet haben:

Rational mit einer Quote in Höhe von 5,2% United Internet mit einer Quote von 7,9% Software AG mit einer Quote von 8,6% Straumann (Schweiz) mit einer Quote von 10,1% Danaher (USA) mit einer Quote von 10,4% Aixtron mit einer Quote von 12,2% Novartis (Schweiz) mit einer Quote von 12,4% Henkel mit einer Quote von 14,0% GfK mit einer Quote von 12,8%

Meine Empfehlung: Unternehmen wie Henkel und Novartis habe ich bereits seit längerem im “Neuen Deutschen Geldanlagebrief” empfohlen. Die Entwicklung ist positiv – und ich habe mit meinen Analysten zusammen diese Werte weiterhin im Blick. Die Rückschlaggefahr ist gering. Selbst dann, wenn die Wirtschaftskrise sich verschärfen wird.

Der richtige Mix bei Crash und Staatsbankrott

Die genannten Sachwerte sind daher nach den beiden aktuellen Prüfkriterien “Geldbedarf” und “Laufzeitabhängigkeit” ideal für die kommenden Monate und Jahre, wenn Sie Ihre Vorsorge betreiben. Nur: mischen Sie richtig, können Sie Ihr Verömgen noch optimieren.

Ein ideales Mischungsverhältnis für jeden Bedarf gibt es nicht, auch wenn diverse “Ratgeber” dies immer wieder beschreiben. Individuell können Sie dies für Ihre Vorsorge jedoch festlegen.

Das entscheidende Kriterium ist die Liquidierbarkeit. Ordnen Sie Ihr Vorsorge-Vermögensdepot so an, dass Sie in angemessener Zeit genügend Geld aus dem Vermögen erzielen können, die Substanz aber nicht verlieren. Konkret:

Bei hohen Vermögensbeständen kann der Immobilien-Anteil deutlich größer als bei niedrigen Vermögen sein. Kalkulieren Sie für Immobilien die schlechte Liquidierbarkeit ein.

Bei Edelmetallen kalkulieren Sie eine mittlere Liquidierbarkeit ein. Denn: Zunehmend kümmern sich auch Spekulanten wie Hedge-Fonds um diesen Sachwert. Daher können Sie die Preisentwicklung nicht auf Monatsfrist, selbst auf Jahresfrist seriös kalkulieren. Wer Rückschläge einkalkuliert und nicht verkaufen muss, ist langfristig auf der sicheren Seite.

Je weniger Vermögen Sie für die Vorsorge aufwenden können, desto wichtiger werden Aktien auch aus diesem Grund. Die Rückschlaggefahr in den nächsten Jahren ist vergleichsweise gering, da es kaum Anlage-Alternativen gibt. Die Kurse werden stabil bleiben. Damit aber können Sie Aktien jederzeit verkaufen – also liquidieren.

Meine Empfehlung: Fangen Sie mit den liquidierbaren Vermögensbestandtieilen (Aktien) an und bauen Sie Ihr Vermögen dann nach abnehmender Liquidierbarkeit um. Hätten Sie 200.000 Euro zur Verfügung, könnten Sie als 80.000 Euro in Aktien investieren. 25.000 bis 30.000 Euro würde ich persönlich dann in Edelmetalle investieren und den Rest für eine Immobilie aufwenden. Bei 1 Million Euro würde ich persönlich den Aktienanteil senken, also etwa 200.000 Euro investieren und einen Großteil in Immobilien. Wichtig ist es, Sachwerte wie Aktien und Edelmetalle auch als Krisenwährung zu benutzen.

Weitere Vorschläge finden Sie auch im “Neuen Deutschen Geldanlagebrief”. Wichtig jedoch bleibt immer die Liquidierbarkeit – gerade in einem Staatsbankrott. Denken Sie beim Vorsorgecheck an die Liquidierbarkeit auch bei anderen Sachinvestitionen wie “Diamanten”. Die derzeit wertvollen Edelsteine können Sie kaum verkaufen.

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

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