Staatsbankrott voraus: die Langfristplanung für Ihr Vermögen

Vorsicht vor den nächsten Monaten, eventuell sogar Wochen. Griechenland wird nach aller Wahrscheinlichkeit einen Bankrott erleiden. Wie auch immer die Staaten ihn in der Eurozone nennen: die Konsequenzen werden drastisch sein.

Andere Staaten folgen. Daher wird die Flucht in Gold wieder einsetzen, erwarten wir. Nur: behalten Sie ab jetzt die Entwicklung einzelner Instrumente genau im Auge. Ein Negativbeispiel ist Frankreich, andere Instrumente der Staaten stehen schon bereit.

Wir haben uns für Ihre Langfrist-Planung die Möglichkeiten angesehen, die Staaten aktuell haben oder sich schaffen können. Verteilen Sie Ihre Vorsorgemaßnahmen dann so, dass Sie möglichst geringe Risiken eingehen.

Frankreich aktuell: Mehr als 450 Euro Goldumtausch kaum möglich

Wenn Sie 450 Euro in die Hand nehmen und dafür in Frankreich Gold kaufen wollen, ist dies bereits unmöglich. Sie müssen Kreditkarten nutzen oder das Geld überweisen. 450 Euro ist ein so minimaler Anlagebetrag für Gold, dass wir meinen: alle Investoren sind betroffen.

Hintergrund der Maßnahme kann – laut politischer Rechtfertigung – die Kontrolle über die Geldwäsche sein. Nur: das ist falsch.

Für 450 Euro wird keine Geldwäsche betrieben. Die Kleinbeträge deuten vielmehr auf etwas Anderes: der betrefefende Staat will wissen, wer wie viel Gold hortet. So wird ohne jede Verschwörungstheorie faktisch ein späterer Zugriff auf Gold einfacher. Auch wenn dies noch nicht beabsichtigt sein sollte.

Achtung: weitere Instrumente gegen privaten Goldbesitz stehen bereit. Wir listen für Sie kurz auf, was alles möglich ist.

  • Es reicht, wenn Staaten auf die Idee kommen, für Gold plötzlich Umsatzsteuer einzuführen. Der politische Hebel ist einfach – warum sollte Gold umsatzsteuerfrei bleiben, wenn alle sonstigen Geschäfte der Umsatzsteuer unterliegen? Der Effekt aber ist beträchtlich: damit würde jedes Geschäft sichtbar.
  • Denselben Effekt kann die Politik erzielen, wenn sie Vermögenssteuern oder eine „Vermögensabgabe“ einführt. Auch dann wird plötzlich alles meldepflichtig: zumindest dann, wenn es in Deutschland lagert. Die Doppelbesteuerungsabkommen mit der Schweiz beziehen sich derzeit auf die Quellensteuer/Abgeltungssteuer.
  • Schließfächer von Banken können geöffnet werden. Der Vorwand lautet dann: Terrorabwehr. So gab es zu möglichen rechtlichen Änderungen hierzu bereits einen Gesetzentwurf.

Damit sind bereits ausreichend Instrumente vorhanden, um den Goldbestand bei privaten Investoren zu überwachen und möglicherweise sogar zu konfiszieren – ganz ohne Verschwörungstheorie.

GeVestor meint: Dies kann ganz im Sinn von Staaten sein, die wegen der Finanzkrise mit einem Staatsbankrott oder Währungsreformen rechnen müssen.

Gold als Zahlungsmittel wird dann plötzlich sehr viel bedeutender – und entzieht dem Staat die weitere Kontrolle. Dem wirkten bereits die USA in den 30er Jahren durch das Konfiszieren von Gold entgegen.

Planen Sie daher für Ihr Vermögen möglichst langfristig. Wenn Sie etwas Gold im Ausland halten, etwa in der Schweiz, beugen Sie staatlichen Maßnahmen frühzeitig vor. Das Beispiel Frankreich zeigt, dass Sie aktuell mit unliebsamen Überraschungen rechnen müssen.

3. Oktober 2011

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

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