Stabilus: Geschäft läuft besser als gedacht

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Der Autozulieferer kann mit seinen Prognosen positiv überraschen. Allerdings hinkt das Unternehmen den Rekordzahlen vergangener Jahre immer noch hinterher. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Die nächsten Tage versprechen Spannung: Die Quartalsberichtssaison beginnt. Gestern sorgten schon einige US-Banken für einen Einblick in die Bücher – in den nächsten Tagen werden andere Werte aus unterschiedlichen Branchen folgen. Der Kalender ist prall gefüllt und wird für Bewegung auf den Börsenparketts sorgen.

Nahezu unbeobachtet hat der Auto- und Industriezulieferer Stabilus bereits zu Wochenbeginn erfreuliche Meldungen gehabt und über das abgelaufene Quartal berichtet.

Deutliche Prognoseanhebung

Und dabei gab es positive Überraschungen: So wurden die bisherigen Prognosen – nach einem guten zweiten Geschäftsquartal des Konzerns, nach oben geschraubt. Ging man bisher von Erlösen zwischen 850 bis 900 Mio. Euro aus, so dürften sich diese auf 900 bis 950 Mio. Euro im Gesamtjahr belaufen.

Auch bei der Marge wird es eine positivere Entwicklung – als zunächst in Aussicht gestellt – geben. Diese wird auf Basis des bereinigten Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) bei 13 bis 15 % liegen. Bislang waren hier 12 bis 13% prognostiziert.

Auslöser für die Anhebung war die positive Entwicklung in den letzten Monaten. Im zweiten Geschäftsquartal des Unternehmens, das Ende März endete, konnte der Umsatz zweistellige Zuwachsraten auf 244 Mio. Euro verzeichnen. Das bereinigte Ebit legte um gut 22% auf 38 Mio. Euro zu und die Ebit-Marge kletterte von 14,1 auf 15,6%.

Unternehmensportrait

Stabilus SA, die im SDAX gelistet und in Luxemburg ansässig ist, gehört zu der Branche der Automobil- und Industriezulieferer. Dabei entwickelt und produziert der Konzern elektromechanische Antriebe, Gasfedern und Dämpfer. Außerhalb der Autobranche beliefert Stabilus SA Industriekunden, zum Beispiel in den Bereichen Medizin- und Reha-Technik, dabei gehört zur Produktplatte Operationstische, Krankenhausbetten, Rollstühle aber auch im Segment der Haus- und Gebäudetechnik sind die Luxemburger tätig. Hier gehören Dachfenster, Rauchabzüge und Markisen zu den angebotenen Produkten.

Aktie in Seitwärtsbewegung

Seit Herbst vergangenen Jahres macht die Aktie eine Seitwärtsbewegung zwischen 56 und 65 Euro. Sollte jetzt – auf Grund des Rückenwindes, der durch die Zahlen verursacht wurde – die obere Begrenzung überschritten werden, so könnten schon bald Kurse jenseits der 70 Euromarke erzielt werden.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 20 ist das Unternehmen aus fundamentaler Sicht recht fair bewertet. Von dieser Seite spricht also nichts gegen eine weitere Aufwärtsbewegung. Zudem sorgt eine Dividendenrendite von rund 1,5% für einen zusätzlichen Kaufanreiz.

Über die Performance brauchen sich Anteilseigner, die den Wert schon länger im Depot haben, nicht zu beklagen. Seit Jahresanfang liegt die Aktie mit knapp 8% im Plus. In den letzten 52 Wochen konnte der Anteilsschein sogar um rund 80% zulegen.

Das hört sich alles nicht schlecht an. Allerdings hinkt das Unternehmen den Rekordzahlen vergangener Jahre immer noch hinterher. Ich persönlich mag lieber Aktien von Unternehmen, bei denen die Geschäftsentwicklung stabiler aufwärts verläuft.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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