Stabilus: Stabilität fürs Depot?

Die Aktie von Stabilus ist in den vergangenen Jahren stark gelaufen. Eine Fortsetzung des Aufwärtstrends scheint möglich. Hier mehr dazu: (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Es gibt immer noch die Aktien, die zu Unrecht ein Schattendasein führen – und dies trotz beeindruckender Performance der letzten Jahre.

Ein Beispiel hierfür ist die im SDAX gelistete Stabilus-Aktie, die ihren Kurs in den letzten 2 Jahren vervierfachen konnte.

Und diese Aufwärts-Bewegung könnte längst nicht zu Ende sein…

Stabilus im Unternehmens-Portrait

Das Unternehmen verfügt über mehr als 80 Jahre Erfahrung in der Automobil-Industrie wie auch in vielen weiteren Branchen.

Es gilt als weltweit führender Anbieter von Gasfedern, Dämpfern sowie elektromechanischen POWERISE-Antrieben.

Mit diesen Produkten optimiert Stabilus das Öffnen, Schließen, Heben, Senken sowie Verstellen und bietet Schutz vor Schwingungen und Vibrationen.

Das Stammwerk befindet sich in Koblenz. Weltweit beschäftigt der Konzern mehr als 6.000 Mitarbeiter und verfügt über ein globales Produktions-Netzwerk in 9 Ländern.

Durch Regional-Büros und Vertriebs-Partner ist Stabilus darüber hinaus in mehr als 50 Ländern in Europa, Nord-, Mittel- und Südamerika sowie im asiatisch-pazifischen Raum vertreten.

Die Geschäftszahlen fielen innerhalb der Erwartungen aus:

Zahlen auf den 1. Blick gut

Als die Geschäftszahlen im letzten Monat veröffentlicht wurden, fiel die ganz große Überraschung zunächst aus:

  • So stieg der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 um rund 23% auf 910 Mio. €.
  • Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) konnte um mehr als 40% auf 137,6 Mio. € zulegen.

Ausblick sorgte für Ernüchterung

Dennoch gab es nach der Zahlen-Bekanntgabe eher Ernüchterung, da der Ausblick die Erwartungen nicht erfüllte.

Demnach wird für 2017/18 ein Wachstum aus eigener Kraft um rund 7% auf 975 Mio. € (bei einem Wechselkurs von 1,10 US-Dollar je Euro) erwartet.

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Sollte der durchschnittliche Wechselkurs jedoch 1,15 US-Dollar je Euro betragen, so ist nur ein Umsatz von rund 960 Mio. € möglich.

Bei der bereinigten Ebit-Marge peilen die Koblenzer rund 15,5% an.

Langfristige Wachstums-Perspektiven

Auf längere Sicht schaut es da schon etwas besser aus:

Stabilus will in den nächsten Jahren weiterhin stärker als der Markt wachsen und setzt sich dafür als Zielgröße ein jährliches Wachstum von durchschnittlich mind. 6%.

Zudem beabsichtigt der Konzern seine globale Präsenz gezielt weiter auszubauen und orientiert sich dazu am Wachstum in den jeweiligen Märkten.

Dabei bleibt Stabilus seinem Ansatz „In der Region für die Region“ treu.

Dementsprechend sollen in den Zielmärkten regionale Entwicklungs- und Vertriebs-Kompetenzen vor Ort aufgebaut werden, wie beispielsweise in China, Südkorea und Mexiko.

Aufträge aus einer Region sollen mittel- bis langfristig auch weitgehend in der jeweiligen Region produziert werden.

Fazit

Insgesamt sehe ich den Konzern recht gut aufgestellt. Der kleine Dämpfer durch den Ausblick könnte schon bald der Vergangenheit angehören.

Allerdings werden sich die Anleger mit weitaus geringeren Kursgewinnen als in den vergangenen Jahren zufriedengeben müssen.

Den eigenen Prognosen des Unternehmens liegt außerdem ein Euro/Dollar-Wechselkurs von 1,10 zugrunde.

Und so besteht letztlich das Risiko, dass ein starker Euro zukünftige Ergebnisse negativ beeinträchtigen könnte.


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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.