Stada-Übernahme: Weitere Milliarden-Deals werden folgen

Nachdem die Stada-Übernahme im 2. Anlauf geglückt ist, ist es nur eine Frage der Zeit, bis weitere Transaktionen dieser Art folgen werden. (Foto: 360b / shutterstock.com)

Vor 2 Wochen habe ich Ihnen hier darüber berichtet, dass Star-Investor Warren Buffett auf rund 100 Mrd. US-Dollar Cash-Reserven sitzt.

Und Sie konnten in meinem beitrag in siesem Zusammenhang auch lesen, dass Großinvestoren derzeit generell über riesige finanzielle Mittel verfügen.

Jetzt haben diese bei einer Übernahme in Deutschland im 2. Anlauf Nägel mit Köpfen gemacht:

Die Finanz-Investoren Bain und Cinven übernehmen Stada

Seit vergangener Woche steht fest, dass der deutsche Generika-Hersteller Stada an die beiden Finanz-Investoren Bain und Cinven geht.

Es ist die – gemessen an der Bewertung von 5,4 Mrd. € – größte Übernahme in Deutschland durch Private-Equity-Investoren.

Mit dem US-Hedgefonds Elliott als Zünglein an der Waage kamen Bain und Cinven mit 63,85% gerade so über die Mindest-Annahmeschwelle von 63%.

Der Hedgefonds Elliott hatte sich zuletzt mit 8,7% der Stada-Anteile eingedeckt (2% davon über Optionen).

Und er hat den Bietern anscheinend dabei geholfen, über die Mindest-Annahmeschwelle zu kommen.

Gerüchten zufolge hat Elliott aber nur einen Teil der Stada-Papiere angedient und spekuliert mit den restlichen Anteilen auf einen Nachschlag.

Weitere Deals werden folgen

Schaut man sich die üppige finanzielle Ausstattung und die hohen Mittelzusagen vieler Großinvestoren aus der Private-Equity-Branche an, wird der Stada-Deal erst der Anfang sein.

Weitere Transaktionen sind nur eine Frage der Zeit. Zahlreiche Private-Equity-Investoren suchen händeringend nach Investitions-Möglichkeiten.

Nach Angaben des Dienstleisters Pitchbook liegen die zugesagten, aber noch nicht abgerufenen Mittel für Private-Equity-Fonds in den USA und Europa mit 739 Mrd. US-Dollar auf einem Rekordstand.

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Allein in diesem Jahr wurden in Nordamerika und in Europa 212,6 Mrd. US-Dollar durch 214 Private-Equity-Fonds eingesammelt.

Die größten Fonds stammen derzeit von Apollo (24,7 Mrd. US-Dollar), CVC (16 Mrd. €) und Silver Lake (15 Mrd. US-Dollar).

Cinven, der eine der beiden Private-Equity-Investoren, die Stada übernehmen, hatte vor etwas mehr als 1 Jahr gemeldet, dass der 6. Europa-Fonds des Unternehmens 6 Mrd. € eingesammelt hat.

Bain Capital, der 2. Private-Equity-Investor, der an dem Stada-Kauf beteiligt ist, hat 2014 rund 6,5 Mrd. US-Dollar + noch einmal 3,5 Mrd. € für Investments in Europa eingesammelt.

Fazit

Sie sehen: Die Geldbeutel der Private-Equity-Investoren sind prall gefüllt. Das liegt v. a. hieran:

Viele institutionelle Investoren suchen aufgrund der niedrigen Zinsen händeringend nach alternativen Investment-Möglichkeiten und setzen dabei immer mehr auf die Private-Equity-Branche.

Einzig die attraktiven Übernahme-Ziele der Private-Equity-Investoren fehlen.

Zumindest ist es im Laufe der Zeit immer schwerer geworden, potenzielle Ziele zu vernünftigen Preisen zu finden. Daher werden teilweise horrende Preise gezahlt.

Mein Tipp an Sie:

Warten Sie geduldig auf sich früher oder später zwangsläufig bietende Chancen am Aktienmarkt und steigen nicht hastig und zu überteuerten Preisen irgendwo ein.

Diese Strategie empfiehlt sich auch für die vielen Finanz-Investoren, die aktuell auf großen Geldbergen sitzen.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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