Stärken und schwächen von Immobilien-Aktien

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Lernen Sie die Stärken und Schwächen von Immobilien-Aktien und sogenannten REITs kennen und erfahren Sie, warum jetzt ein guter Einstiegszeitpunkt ist. (Foto: Scanrail1 - Shutterstock.com)

Nachdem ich Ihnen gestern hier im Schlussgong allgemein Immobilien als Gewinner der Null-Zins-Politik der Notenbanken vorgestellt und Ihnen 5 Argumente für eine Investition in Immobilien genannt habe, möchte ich heute auf die Stärken und Schwächen von Immobilien-Aktien und sogenannten REITs eingehen.

Denn eines ist klar: Es gibt an der Börse keine Wunderwaffen. Auch Immobilien-Aktien haben Schwachpunkte. Neben den allgemein gültigen Aktien-Risiken gibt es auch spezifische Gründe, die dafür gesorgt haben, dass Immobilien-Aktien nicht bei allen deutschen Anlegern beliebt sind.

Stärken und Schwächen im Vergleich

Die Stärken von Immobilien-Aktien im Überblick: Sie werfen oft attraktive Dividenden ab und haben ein hohes Kurspotenzial. Überdies sind nur geringe Anlagesummen erforderlich und Sie können über den Börsenkurs eine tägliche Wertkontrolle vornehmen. Die Informationslage ist gut (Quartalsberichte etc.) und die Einstiegskosten sind niedrig.

Die Nachteile: Es gibt hohe Kursschwankungen und eine zum Teil geringe Risikostreuung. Zudem sind Sie abhängig von der Börsenstimmung.

Bei den sogenannten REITs (spezielle Immobilien-Aktien) sieht es wie folgt aus: Durch steuerliche Sonderregelungen sind extrem hohe Ausschüttungen möglich. Ein weiterer Pluspunkt: Sie sind wie Immobilien-Aktien täglich über die Börse handelbar und es reichen ebenfalls schon kleine Anlagesummen aus (Sie müssen nicht gleich ganze Immobilien kaufen). Die anderen Punkte, die bei Immobilien-Aktien auf der Vorteils-Seite stehen, gelten hier auch.

Kommen wir zu den Nachteilen: In Deutschland werden Wohnimmobilien nur eingeschränkt in REIT-Form angeboten. Ansonsten gelten die bereits bei den Immobilien-Aktien genannten Punkte. Zum Schluss noch einige Sätze zur Zins-Diskussion und zum Thema richtiger Einstieg.

Zins-Diskussion überbewertet

Immobilien-Investments sind von den Zinsentwicklungen abhängig. Sinken die Zinsen, werden Immobilien attraktiver. Steigen die Zinsen, verlieren Immobilien an Attraktivität. Von signifikant steigenden Zinsen sind wir aber meilenweit entfernt.

Der einfache Grund: Viele Länder können sich angesichts der hohen Staatsverschuldung schlicht und einfach keine Zinsen von 5 oder 6% leisten. Daher wird das Zinsniveau in den nächsten Jahren weiterhin niedrig und weit unter den alten Durchschnittswerten bleiben.

Aktuell günstige Einstiegsgelegenheit

Während sich Immobilien preislich noch immer im Aufwärtstrend befinden, ergeben sich für die Immobilien-Aktien zum Teil sehr attraktive Einstiegsgelegenheiten.

Denn die Angst vor irgendwann wieder steigenden Zinsen in der Euro-Zone bremst die Kurse der Immobilien-Aktien seit einiger Zeit (zumindest teilweise) etwas aus. Ich halte dieses Risiko für überschätzt, da die Immobilien-Gesellschaften noch über Jahre vom niedrigen Zinsniveau profitieren werden.

Die teuren mittel- und langfristigen Finanzierungen aus der Krisen- und Nachkrisenzeit 2007 bis 2012 können nach und nach günstig abgelöst werden. Das reduziert die Finanzierungskosten erheblich. Der Durchschnittszinssatz wird bei einigen Immobilien-Gesellschaften mehr als halbiert. Das bietet ein erhebliches Potenzial auf der Ergebnisseite.

Soll heißen: Die Gewinne der Immobilien-Unternehmen steigen allein schon durch die niedrigere Zinsbelastung. Damit sinkt die Bewertung der Immobilien-Aktien, was wiederum ein höheres Kurspotenzial für Sie eröffnet.

Fazit: Wenn Sie Anlagemöglichkeiten suchen, die Renditen oberhalb der Inflationsrate bieten und im Falle von Währungsturbulenzen Ihr Vermögen schützen, können Sie qualitativ hochwertige Immobilien-Aktien (oder REITs) in Ihr Depot legen.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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