ThyssenKrupp: Stahlfusion mit Tata Steel steht

Durchbruch bei den Marathon-Verhandlungen zwischen dem indischen Stahl-Konzern Tata Steel und dem deutschen Branchen-Rivalen ThyssenKrupp:

Die beiden Konzerne einigten sich nach 1,5 Jahren Verhandlung auf eine Zusammenlegung des europäischen Stahlgeschäfts.

In einer Absichts-Erklärung vereinbarten die beiden, dass bis Ende 2018 der neue Konzern ThyssenKrupp Tata Steel stehen soll.

An dem Gemeinschafts-Unternehmen werden beide Seiten mit 50% beteiligt sein.

Klappt alles planmäßig, wird das Joint Venture der zweitgrößte europäische Stahlkonzern nach ArcelorMittal sein.

Arbeitnehmer halten Zusammenschluss für falsch

Der Weg bis zum Fusions-Abschluss wird ebenso langwierig und schwierig wie vorher die Fusions-Verhandlungen.

Die Arbeitnehmerseite hat scharfen Protest angekündigt und fordert Garantien für die Beschäftigten; bereits am Freitag soll eine 1. Demonstration gegen die Pläne stattfinden.

Die Sorge der Arbeitnehmer ist verständlich. Es entsteht ein neuer Konzern, der ThyssenKrupp bis zu 2.000 Arbeitsplätze kosten könnte.

So sind dadurch 1.000 Stellen in der Verwaltung und noch einmal 1.000 Stellen in der Produktion gefährdet.

Aus Sicht des ThyssenKrupp-Managements sind die Stellen-Streichungen jedoch nicht zu verhindern gewesen.

Ohne den Schulterschluss hätte es womöglich Stellen-Streichungen in noch viel größerem Umfang gegeben.

Aktionäre belohnen Deal mit Kurs-Aufschlägen

Während die Arbeitnehmer-Seite den Plänen kritisch gegenübersteht, jubelt die Kapitalseite:

Am Morgen setzte sich die ThyssenKrupp-Aktie mit +3,1% auf 26,02 € an die Spitze der heutigen Top-Performer.

Seit Aufkommen erster Fusions-Gerüchte hat sich der Aktienkurs des ThyssenKrupp-Papiers sogar fast verdoppelt. Dabei stieg oder fiel die Aktie je nach Entwicklung der Gespräche.

Für die Investoren ist der Zusammenschluss also eine Erleichterung.

Im hart umkämpften Markt wird die Fusion der europäischen Stahlsparten als äußerst wertsteigernd angesehen. Thyssen und Tata kündigten bis zu 600 Mio. € Einsparungs-Potenzial an.

Guter Zeitpunkt für Branchen-Konsolidierung

Auf dem europäischen Stahlmarkt herrschen erhebliche Überkapazitäten, sodass aus wirtschaftlicher Sicht die Fusion mit Tata sehr zu begrüßen ist.

Die Argumentation des Managements, dass ohne Zusammenschluss (mittelfristig) noch mehr Arbeitsplätze weggefallen wären, ist durchaus glaubhaft.

Es ist davon auszugehen, dass weitere Deals in der Branche folgen werden.

Vielleicht war die Großfusion zur neuen Nr. 2 sogar der Startschuss einer Konsolidierung in der europäischen Stahlbranche.

Besonders bei den Firmen aus der 2. Reihe sollte die Option einer Allianz mit einem Branchen-Kollegen geprüft werden.

Aktuell ist das wirtschaftliche Umfeld günstig und bietet den Branchen-Spielern noch Zeit für Deals.

Den Firmenchefs sollte allerdings klar sein, dass auch wieder schwierigere Zeiten kommen werden.

In der nächsten Stahlkrise könnte es für diejenigen Unternehmen, die sich jetzt nicht an einer Konsolidierung beteiligen, sehr teuer werden.


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20. September 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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