Stahlharte Rendite?

Wenn es um die Entwicklung der Weltwirtschaft geht, sind Zahlen zum Stahlverbrauch nicht weit.

Immer wenn irgendwo etwas gebaut wird, spielt Stahl eine Rolle: ob bei Hochhäusern, Brücken oder Hafenanlagen.

Seit die Weltwirtschaft nicht mehr eindeutig auf dem Wachstumspfad ist, bekommen auch Stahlhersteller Probleme.

Doch gibt es auch hier bessere und schlechtere Unternehmen. Nippon Steel & Sumitomo Metal ist der größte Stahlproduzent Japans und der zweitgrößte weltweit.

Neben der Stahlproduktion mit einem Umsatzanteil von 85% ist der Konzern auch im Bau der Stadtentwicklung, bei Chemikalien & Nichteisenmetallen, bei Informations-Systemen sowie in der Energie-Erzeugung tätig.

Sinkende Stahlpreise werden von Währungs-Effekten aufgefangen

Japans Stahlindustrie koppelt sich dank der aggressiven Geldpolitik der japanischen Notenbank vom globalen Abwärtstrend der Branche ab.

Dank des Verfalls des heimischen Yen steigerte Nippon Steel & Sumitomo im 1. Quartal trotz rückläufigen Umsatzes den Gewinn um 50% auf 72,73 Mrd Yen.

Der Umsatz-Rückgang lag hauptsächlich an den hohen Lagerbeständen in der Auto-Industrie und der geringeren Nachfrage aus China.

Die Stahlproduktion lag mit 25,9 Mio. t nur geringfügig unter Vorjahres-Produktion. Die billige heimische Währung schiebt die Exportwirtschaft Japans an.

Nippon Steel kann so auch den globalen Überkapazitäten auf dem Markt und dem allgemeinen Preisdruck trotzen.

Vor allem bei Auto- und Baumaschinen-Bauern sowie der Elektronik-Branche laufen die Geschäfte jetzt besser. Das hilft auch der Stahl-Branche im Land. Allerdings schmolzen die jüngst durchgesetzten Preiserhöhungen dahin.

Die Preise für Stahl gaben von 87.600 auf 82.800 Mio. Yen/t nach. Investiert hat Nippon Steel 82 Mio. $ in die Modernisierung der Wärme-Behandlung im gemeinsamen Werk mit ArcelorMittal im US-Bundesstaat Alabama.

Branche steht unter schlechtem Stern

An seinem Sparprogramm macht der Konzern Abstriche. Nach einem Unfall mit mehreren Verletzten in seinem Werk in Nagoya soll mehr in die Sicherheit der Anlagen investiert werden.

Nach einem soliden Jahresauftakt zeigte sich Nippon Steel zuversichtlich für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres und erwartet einen Gewinnanstieg und eine Verbesserung der Margen.

Auf Sicht von 6 bis 12 Monaten erwarten wir eine durchschnittliche Kursentwicklung. Erwähnenswert ist weiterhin die Dividendenrendite von immerhin 2,3%.

Da Nippon Steel in erster Linie von Währungs-Effekten profitiert hat und der Umsatz schwächelt, sollten Anleger eher vorsichtig sein und die Gewinn-Steigerung auf keinen Fall isoliert betrachten.

Innerhalb der Branche mag die Aktie eine gute Alternative sein, die Branche selbst ist derzeit aber nicht sehr chancenreich.

24. September 2015

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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