Staramba: Warnung berechtigt

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Staramba schockt Aktionäre am heutigen Tag mit einer Hiobsbotschaft. Umsatz und Gewinn 2018 deutlich niedriger als angenommen. (Foto: Jirapong Manustrong / Shutterstock.com)

Im vergangenen Jahr habe ich mehrfach an dieser Stelle über das Unternehmen Staramba berichtet. Im Mai 2018 schrieb ich Ihnen unter der Überschrift Wirtschaftsprüfer löst Kurssturz aus, wie aus einem Börsen-Überflieger ein Wackelkandidat wurde und was den erdrutschartigen Kurssturz ausgelöst hat.

Es gab damals Probleme mit den Wirtschaftsprüfern von BDO. Staramba hat einige Sachverhalte anders beurteilt als die Wirtschaftsprüfer, die wiederum den Bestätigungsvermerk für den Jahresabschluss verweigerten. In der Folge stürzte die Staramba-Aktie deutlich ab.

Ich habe stets kritisch über Staramba berichtet und vor dieser Aktie gewarnt. Ich hoffe, dass Sie meiner Einschätzung gefolgt sind und Ihnen auf diese Weise herbe Verluste erspart blieben!

Neue Probleme bei Staramba

Nun gibt es schon wieder Probleme bei Staramba. Der Verwaltungsrat von Staramba hat heute im Zuge der Arbeiten zur Aufstellung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2018 festgestellt, dass das Bestehen eines Verlustes von mehr als der Hälfte des Grundkapitals der Gesellschaft zum 31. Dezember 2018 anzunehmen ist, teilte das Unternehmen mit.

Aus diesem Grund wird der Verwaltungsrat unverzüglich eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen und den Verlust von mehr als der Hälfte des Grundkapitals anzeigen. Dies ist nach §92 Abs. 1 des Aktiengesetzes (AktG) erforderlich.

Ursächlich dafür sind nach Unternehmensangaben Änderungen am Jahresabschluss zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2018, welche im Zuge der Abschlussarbeiten zur Aufstellung des Jahresabschlusses vorgenommen werden mussten.

Diese haben sich sowohl auf den Umsatz als auch auf das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) ausgewirkt. Nach intensiven Beratungen mit dem zuständigen Wirtschaftsprüfer und externen Experten wurde nach einer handelsrechtlichen Neueinstufung beschlossen, die Staramba-Token-Verkäufe aus dem ICO im Geschäftsjahr 2018 nicht unmittelbar als Umsatz anzuerkennen, teilte das Unternehmen mit.

Zur Erläuterung: Bei den sogenannten Staramba.Token handelt es sich um eine Digitalwährung, die Staramba im vergangenen Jahr an den Mann bzw. die Frau gebracht hat. Die verkauften Token werden im Jahresabschluss 2018 nun als erhaltene Anzahlungen ausgewiesen und führen somit erst zu einem späteren Zeitpunkt zu Umsätzen.

Deutlich weniger Umsatz und erhebliche Verluste in 2018

Im Ergebnis führt dies nach derzeitigem Kenntnisstand des Staramba-Verwaltungsrats dazu, dass sich der am 13. Februar 2019 prognostizierte Umsatz für das Geschäftsjahr 2018 von zuvor rund 17,6 Mio. Euro auf nur noch rund 330.000 Euro reduziert.

Auf dieser Basis hat die Staramba SE das Geschäftsjahr 2018 mit einem EBITDA in Höhe von ca. -11,1 Mio. Euro abgeschlossen. Dies bedeutet eine Verringerung um 16,8 Mio. Euro gegenüber der letzten Prognose von rund 5,7 Mio. Euro.

Die Staramba-Aktie, die im Mai 2018 in der Spitze rund 63 Euro kostete, notierte heute zu Handelsbeginn noch bei knapp 8 Euro, stürzte dann aber im Handelsverlauf zweistellig ab. Ausgehend von den Höchstständen vor gut einem Jahr hat das Papier inzwischen mehr als 90% eingebüßt.

Ich empfehle weiterhin, einen Bogen um die Staramba-Aktie zu machen. Die Unsicherheit ist einfach zu groß und das Chance/Risiko-Profil zu schlecht.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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