Starbucks-Aktie: Hedgefonds-Einstieg sorgt für Kurssprung

Starbucks-Aktie: Hedgefonds-Einstieg sorgt für Freudensprung bei Kaffeehausaktie. Aktivist Bill Ackmann sieht Verdopplungspotenzial (Foto: Grand Warszawski / shutterstock.com)

Aktivistische Investoren rücken immer stärker ins Licht der Öffentlichkeit. Die Vorgehensweise ist meist dieselbe: Üblicherweise kaufen sich die Hedgefondsmanager mit kleinen Anteilen in die Firmen ein und loben das Potenzial der Unternehmen in den Himmel. Dann wird im Nachgang öffentlichkeitswirksam Kritik an der Konzernführung und Strategie geübt.

Oftmals führen die Initiativen der aktivistischen Investoren zu massiven Veränderungen in den Konzernen. Von ausgetauschter Führung bis hin zu Strategieänderungen – oft werden die Maßnahmen von deutlichen Bewegungen im Aktienkurs begleitet. Kein Wunder also, dass immer mehr Investoren die Aktivitäten der Hedgefonds im Auge behalten.

So  auch bei dem Einstieg des renommierten Hedgefondsmanagers Bill Ackman, der vor wenigen Tagen seine Beteiligung bei dem Kaffeekonzern Starbucks publik machte. Die Aktie notierte in der Spitze um 6% fester, bevor sie in den Folgetagen wieder in einem schwachen Gesamtmarkt konsolidierte.

Wer sich hinter Bill Ackman verbirgt

Der 1966 in New York geborene Ackman studierte in Harvard und gründete nach seinem Abschluss 1992 mit einem ehemaligen Kommilitonen David Berkowitz die Investmentfirma Gotham Partners. Im Jahr 2003 gründete er mit 54 Millionen Dollar Startgeld von drei Investoren dann seinen eigenen Hedgefonds, Pershing Square. Von 2006 bis 2016 erzielte Ackmann für seine Anleger einen Gewinn von 146% und damit 51% mehr als der marktbreite S&P 500-Index.

Ackman ist ein klassischer aktivistischer Investor, der über seinen Aktienanteil versucht, Veränderungen in den Firmen zu erzwingen, die sich in einem höheren Aktienkurs niederschlagen. Dabei fährt der Hedgefondsmanager ein ausgesprochen konzentriertes Portfolio. Derzeit hat Bill Ackman knapp 5,5 Milliarden Dollar in nur 7 verschiedenen Positionen investiert.

Ackman hält Starbucks für massiv unterbewertet

Nach dem Einstieg bei Starbucks hält der renommierte Investor 15,2 Millionen Aktien (Einstiegskurs 51 Dollar pro Aktie) des Kaffeespezialisten. Das entspricht einem Gegenwert von rund 850 Millionen Dollar. Das entspricht rund 15% seiner verwalteten Vermögenswerte. Dabei sieht Ackman bei Starbucks eine deutliche Unterbewertung. Innerhalb der nächsten drei Jahre könnte sich der Firmenwert des Konzerns mehr als verdoppeln, so der Hedgefondsmanager. Voraussetzung ist, dass sich die Umsätze pro Filiale wieder auf das Niveau früherer Zeiten bewegen lassen.

Zusätzlichen Rückenwind sieht Ackman auf Grund der „günstigen“ Bewertung: Während der letzten drei Jahre ging die Aktienmarktrally an Starbucks komplett vorbei. Der Kurs dümpelt um die Nulllinie, obwohl der Gewinn je Aktie im gleichen Zeitraum um 50% gestiegen ist.

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Starbucks – international führend im Kaffeebereich

Starbucks ist ein international führender Kaffeeproduzent und Betreiber der gleichnamigen Kaffeehauskette. Weltweit betreibt der Konzern 29.000 Filialen, wovon sich rund die Hälfte in den USA befindet. Neben frisch gerösteten Kaffeegetränken werden dort auch kalte Mixgetränke, verschiedene Back- und Süßwaren, Snackboxen mit frischen Salaten und Wraps sowie Zubehörprodukte wie Tassen und Trinkbehälter verkauft.

Eine Auswahl an Kaffee- und Teeprodukten wird auch über lizensierte Filialen, Lebensmittelgeschäfte und Foodservice Accounts im Einzel- und Großhandel vertrieben. Über seine Joint-Venture-Beziehungen mit PepsiCo Inc. und weiteren Herstellern produziert und vermarktet Starbucks Frappucino-Kaffeegetränke und eine Reihe an Eiscremes.

Zusätzlich zu den eigenen Kaffeeprodukten hält Starbucks ein eigenes Kaffeemaschinensystem namens Verismo im Sortiment, das mit einer Auswahl an passenden Pads verkauft wird, welche den in den Filialen angebotenen Kaffeprodukten entsprechen.

China hui – Amerika pfui

Unterdessen setzt Ackman auf ein anhaltendes Wachstum in China. Mit 3.400 Geschäften ist Starbucks in China mehr als 3 Mal so groß wie Luckin und 7 Mal so groß wie der Rivale Costa. In den nächsten fünf Jahren soll die Anzahl der Läden auf 6.000 erhöht werden. In den USA verliefen die Geschäfte hingegen zuletzt schleppend.

So kündigte das Unternehmen im Juni an, dass es im nächsten Geschäftsjahr rund 150 eigene Filialen in dicht besiedelten US-Märkten schließen wird. Dies ist deutlich mehr als in den vergangenen Jahren. Auch personelle Veränderungen – einschließlich Entlassungen – wird es geben. Zuletzt wurde ein neuer Chief Financial Officer ernannt. Patrick Grismer wechselt für diesen Posten von Hyatt Hotels zu Starbucks.

Insgesamt legte im dritten Quartal der Umsatz zwar um 11% auf 6,31 Milliarden Dollar zu, was aber primär einem Zukauf in China zuzuschreiben war. Parallel dazu ging das operative Ergebnis leicht auf 1,04 Milliarden Dollar zurück.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.