Starbucks-Aktie: Kaffeehauskette schaltet beim Wachstum Gang zurück

Wenn Sie seit dem Börsengang bei dem Kaffee-Spezialisten Starbucks bereits investiert sind, werden Sie die jüngsten Quartals-Zahlen wahrscheinlich nicht so sehr jucken.

Denn seit dem Sprung aufs Parkett im Jahr 1992 haben die Starbucks-Papiere über 15.000% an Wert zugelegt. Doch langsam scheint das Unternehmen an die Grenzen des Wachstums zu stoßen.

Die erfolgsverwöhnten Aktionäre mussten gerade erfahren, dass der US-Konzern einmal nicht mit 2-stelligen Zuwächsen glänzen konnte.

Wachstums-Story par excellence

Die 1971 gegründete Kaffehaus-Kette zählt heute mehr als 24.000 Cafés weltweit. Der Kaffee-Riese ist in mehr als 70 Ländern weltweit vertreten – von Johannesburg bis Peking und Rio de Janeiro.

Dabei ist die Wachstums-Geschichte wahrlich beeindruckend: Alleine seit 2001 steigerte Starbucks die Umsätze von 2,64 Mrd. Dollar auf 19,16 Mrd. Dollar. Der Gewinn vervielfachte sich im Gegenzug von 181 Mio. Dollar auf 2,75 Mrd. Dollar.

Zuletzt erzielte der Kaffe-Gigant also eine Gewinnspanne von 14,39% – für einen Einzelhandels-Konzern eine in der Tat beeindruckende Marge.

Mehr als nur Kaffee

Dabei setzt Starbucks nicht nur auf Kaffee. Seit 2012 ist die Kaffeehaus-Kette auch im Teegeschäft aktiv. Für 620 Mio. Dollar hat Starbucks den US-Teehändler Teavana damals geschluckt.

Mittlerweile versucht der Konzern mit Snacks und Alkohol auch den Umsatz außerhalb des Kerngeschäfts anzukurbeln.

1-stellige Wachstumsraten im 2. Quartal

Das hat den Anlegern aber nicht geschmeckt. Denn die Erfolgsgeschichte bekommt erste Flecken: Im abgelaufenen Quartal hat der US-Konzern „nur“ noch eine Umsatz-Steigerung um 7% auf 5,25 Mrd. Dollar hingelegt.

Was für andere Unternehmen dieser Größenordnung schon für einen Begeisterungssturm auslösen würde, lässt Starbucks-Aktionäre völlig kalt.

Auch die Analysten hatten mit Erlösen von 5,35 Mrd. Dollar gerechnet. Besonders enttäuschend fiel dabei die Bilanz der neu eröffneten Läden aus. Die seit 13 Monaten bestehenden Filialen legten nur um 4% zu (Vorjahr: 7%).

Gewinn-Marge zeigt hingegen keine Schwäche

Beim Gewinn gab sich Starbucks aber keine Blöße. Denn der erzielte Profit war mit 754 Mio. Dollar in nur einem Quartal rekordverdächtig. Im Vergleich zum Vorjahr entsprach dies immerhin einer Steigerung um fast 1/5.

Unterdessen zeigt sich Firmenchef Howard Schultz optimistisch: Mit seinen Aussagen, dass China in einigen Jahren die USA als den größten Absatzmarkt ablösen könnte, weckte er wieder Hoffnungen bei seinen Anlegern.

Damit dürfte die Wachstums-Story also nicht zu Ende sein. Alleine im vergangenen Jahr wurden über 450 neue Läden eröffnet. Sogar im Mutterland des Kaffees, in Italien, plant der Kaffee-Riese den Markteintritt im nächsten Jahr.

Ambitionierte Bewertung

Die rasante Wachstums-Story hat an der Börse allerdings ihren Preis: Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Firmenchef Schultz mit einer Steigerung des Gewinns auf 1,88 bis 1,89 Dollar je Aktie (Vorjahr: 1,82 Dollar).

Das liegt in etwa auch im Rahmen der Analysten-Erwartungen. Bei einem aktuellen Börsenwert von knapp 86 Mrd. Dollar wird der Konzern mit dem 30-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet.

25. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

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