Starke Zeichen der Schwäche vom kanadischen Immobilienmarkt

Nach wie vor läuft der deutsche Immobilienmarkt „heiß“. Dagegen kommen vom kanadischen Markt bereits jetzt starke Signale der Schwäche. (Foto: kurhan / Shutterstock.com)

In deutschen Landen grassiert ja noch immer das Immobilienfieber. Und wie immer werden in Zeiten der Goldgräberstimmung auch alle möglichen dubiosen Gestalten aus der ganzen Welt angelockt. Das ist fast schon ein Naturgesetz. Selbst in den Schlagzeilen der Massenmedien war zu vernehmen, dass der Boom in Deutschland die italienische Mafia und ominöse Käufer aus Russland in den deutschen Immobilienmarkt treiben würden.

Starke Signale der Schwäche aus Kanada

Während also hierzulande der Immobilienmarkt immer buntere Stilblüten treibt, kühlt sich der heiß gelaufene kanadische Markt immer stärker ab. Sie erinnern sich vielleicht, dass wir schon im Februar diesen Jahres einen kurzen Blick über den Atlantik wagten und Ihnen versprachen, die Lage dort genau zu beobachten. In diesen Tagen kamen vom kanadischen Immobilienverband (CREA) neue harte Fakten, die alles andere als „bullish“ zu werten sind. So kam es bei den Hausverkäufen im Mai zu einem Rückgang von sage und schreibe 16 Prozent.

Dies war der schlimmste Rückgang seit der großen Finanzkrise im Jahr 2008, als die Hausverkäufe um 17% zurückgingen. Mit 50.604 Hausverkäufen wurde zudem der niedrigste Wert seit Mai 2011 erreicht. Saisonal bereinigt gingen die Hausverkäufe gegenüber dem Vormonat um 0,1% und gegenüber dem Vorjahr um 15% zurück.

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Mehr Häuser stehen zum Verkauf

Kein Wunder auch, dass in dem Umfeld der Abkühlung auch die Zahl der unverkauften Häuser weiter zunimmt. Während die Zahl der Verkäufe rückläufig ist, beginnen die Lagerbestände zu wachsen. Zum ersten Mal seit drei Jahren stieg die Zahl unverkaufter Häuser gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent an.

Dabei handelt es sich um den größten Anstieg seit acht Jahren. Weiter verwundert angesichts dieser Schwäche nicht, dass der durchschnittliche Verkaufspreis eines Hauses im Mai gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent gesunken ist. Wenig tröstlich erscheint es da, dass der Rückgang im Mai weniger dramatisch als im April war. Im April betrug das Minus bei den Verkaufspreisen gewaltige elf Prozent. Das ist schon ein Wort.

Ja, liebe Leser, in Kanada ging es über Jahre hinweg am Immobilienmarkt immer nur nach oben. Aber auch dort ist eben der Markt keine Einbahnstraße nach oben. Die Bäume wachsen auch im schönen Kanada nicht in den Himmel. Das Beispiel Kanada sollte Warnung genug für all jene sein, die meinen, jetzt noch im völlig überhitzten deutschen Markt auf Renditejagd zu gehen. Bleiben Sie vorsichtig und dem wilden Treiben fern!


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.