Starker April: Übernahme-Lust in Westeuropa bleibt auf hohem Niveau

In Westeuropa blieb das Übernahme-Volumen im April weiterhin auf sehr hohem Niveau.

Mit Deal-Ankündigungen im Volumen von 142,4 Mrd. Euro, lag das Volumen im April gemäß dem monatlichen Zephyr Übernahme-Bericht zum dritten Mal in Folge über 100 Mrd. Euro.

Gegenüber dem Vorjahresmonat liegt das Plus bei über 50%. Im April 2014 wurden Deals im Volumen von 92,9 Mrd. Euro angekündigt.

Erstaunlich ist, dass das Übernahme-Volumen trotz einer deutlich geringeren Anzahl angekündigter Übernahmen so hoch ausfällt. Mit vorläufig 1.243 angekündigten Übernahmen ist die Deal-Anzahl fast 40% unter dem März-Wert.

Zwar hat sich in den vorherigen Monaten gezeigt, dass die ursprünglichen Zahlen in der Regel deutlich nach oben korrigiert werden, doch dürfte die Deal-Anzahl auch nach der Korrektur unterdurchschnittlich bleiben.

Nur 12 der Top20 Deals sprengen die Milliardengrenze

Ein Blick auf die 20 größten Deals zeigt, dass das hohe Deal-Volumen in erster Linie auf die BG-Übernahme durch Shell zurückzuführen ist. Mit 64 Mrd. Euro ist nur dieser Deal für 45% des Gesamt-Volumens verantwortlich.

Berücksichtigt werden muss auch, dass auf Platz 2 die Mylan-Ankündigung einer Perrigo-Übernahme im Volumen von 28,9 Mrd. Euro folgt. Der Deal ist allerdings noch längst nicht beschlossene Sache und es ist fraglich, ob es am Ende überhaupt eine Übernahme geben wird.

Dies berücksichtigt, kann im April also nicht von einer umfassenden Übernahme-Welle gesprochen werden. Anders als beispielsweise im Februar – als alle Top 20 Deals die Milliardengrenze sprengten, hatten im April nur 12 der 20 Deals ein Volumen von über 1 Mrd. Euro.

Länder-Ranking: Großbritannien einmal mehr klare Nummer 1

Im Länder-Ranking ist einmal mehr Großbritannien an der Spitze des Tableaus. Mit 76,2 Mrd. Euro liegt das Volumen fast 4 Mal so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Allein die BG-Übernahme ist fast so groß wie die Summe der Deals in allen anderen westeuropäischen Ländern.

Deutschland ist in dem Ranking mit einem Volumen von 2,6 Mrd. Euro nur auf dem sechsten Platz. Gegenüber dem Vorjahresmonat beträgt das Minus 38% und gegenüber dem März 60%. Trotz weiterhin guter Voraussetzungen hat sich der positive Trend zu Beginn des Jahres nicht fortgesetzt.

In Spanien dagegen hält die gute Stimmung am M&A-Markt an. Die wirtschaftlichen Fortschritte haben auch dem Übernahme-Markt gut getan. Im März und April lag das Volumen bei über 8 Mrd. Euro – fast 3 Mal so viel wie vor einem Jahr.

M&A-Boom in Amerika wird auch europäisches Übernahme-Geschäft anfachen

Die schwächeren April-Daten für Deutschland sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass der europäische Übernahme-Markt im Aufwind ist. Nach 3 Monaten mit einem Deal-Volumen von über 100 Mrd. Euro steuert Europa auf ein sehr gutes Übernahme-Jahr zu.

Der Übernahme-Sensor rechnet mit einer Fortsetzung der positiven Entwicklung – und in den kommenden Monaten auch mit deutlich mehr Deals im deutschsprachigen Raum. In der Vergangenheit ist häufiger zu beobachten gewesen, dass hohe Übernahme-Aktivität in den USA zeitlich versetzt auch das Übernahme-Volumen in Europa anfachte.

Es lohnt sich für Sie daher auf Übernahme-Kandidaten zu setzen, um dann im Falle eines Deals die Prämie auf den Aktienkurs abzukassieren. Mit den richtigen Übernahme-Kandidaten im Depot können Sie in kürzester Zeit hohe Gewinne erzielen.

28. Mai 2015

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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