Startet der DAX in die Jahresend-Rallye?

Zuletzt sprach viel für weiter steigende DAX-Notierungen. Das scheint sich nun zu bewahrheiten. Erfahren Sie in diesem Artikel mehr darüber: (Foto: Deutsche Börse AG)

In meinem Beitrag am vergangenen Donnerstag kam ich zu dem Fazit, dass derzeit eine höhere Wahrscheinlichkeit dafür besteht, dass der DAX bis zum Jahresende noch weiter klettert.

Zum Wochenauftakt legt der deutsche Leitindex wuchtige +1,6% auf 13.318 Zähler zu (Stand: 12:45 Uhr) und scheint meine Prognose damit zu bestätigen.

Wir werden das, wie es sich für diesen Newsletter geziemt, mit Hilfe der Charttechnik überprüfen.

Natürlich hängt die Entwicklung auch mit dem letzten und zugleich letzten großen Verfallstag dieses Jahres zusammen, den wir am Freitag absolviert haben:

Welche Rolle der große Verfallstag spielte

An jedem 3. Freitag eines Monats werden bekanntlich die fälligen Optionen abgerechnet.

Im letzten Monat eines Jahresviertels werden dann zusätzlich die Futures abgerechnet – daher die Bezeichnung „großer“ Verfallstag.

Die Positionierung der DAX-Call- und Put-Inhaber ließ für den großen Verfallstag am Freitag einen Kampf von Bullen und Bären vornehmlich um die Marke 13.000 erwarten.

Neben-Kriegsschauplätze waren die Marken 12.800 und 13.200 – der Grund: Die meisten Calls waren bei 13.000 im DAX platziert.

Die größte Put-Position lag 12.000 Punkten, also zu weit entfernt, um Bedeutung zu erlangen. Die zweithöchste Zahl an Puts war bei 12.800 entstanden.

Der Umfang der nächstgrößeren Call-Position konnte bei 13.200 festgemacht werden.

DAX exakt zwischen 12.800 und 13.200 Punkten „gefangen“

Schauen wir uns das einmal im Chart an:

dax_18-12-2017

DAX zuletzt zwischen 12.800 und 13.200 Punkten „gefangen“

Direkt nach dem Start in das letzte Quartal 2017 nahm der Handel die 13.000er-Marke im DAX ins Visier und pendelte darum bis Ende Oktober.

Nach dem kurzzeitigen Ausflug in der 1. Novemberwoche über 13.200 bis zum Rekordhoch bei 13.525 übernahm die runde Tausender-Marke erneut eine zentrale Rolle.

Im Chart sehen Sie sehr schön, wie sich der DAX seit dem 10. November 2017 exakt innerhalb der von mir genannten (und eingezeichneten) Grenzen bewegt.

Und kaum ist der Verfallstag abgewickelt, startet der DAX an diesem Montag mit einer Aufwärts-Kurslücke oberhalb der 13.200er-Marke und klettert wie befreit auf den höchsten Stand seit dem 9. November.

Momentum steht kurz vor einem Kaufsignal

Der Ausbruch aus der 5½ Wochen andauernden Seitwärts-Bewegung wirkt schon einmal wie ein kräftiges Kaufsignal. Schauen wir einmal, ob das vom 50-Tage-Momentum bestätigt wird:

dax mit momentum_18-12-2017

DAX: Momentum-Kaufsignal steht unmittelbar bevor

Wie Sie wissen, zeigt Ihnen das Momentum Schwung und Dynamik einer Kursbewegung an.

Von dem Mitte November erreichten Top hatte sich der Indikator in der Seitwärts-Bewegung der letzten Wochen kräftig reduziert.

Mit der Kurs-Explosion zum Wochenauftakt notiert das Momentum nun exakt an dem Abwärtstrend seit Ende Oktober.

Noch ist das Kaufsignal nicht perfekt: Doch mit der heute vorgelegten Dynamik habe ich wenig Zweifel daran, dass dies vom Momentum spätestens morgen nachgeholt wird.

Wie die gestrichelte rote Linie im Momentum-Chart anzeigt, wurde schon am 8. Dezember ein erstes Kaufsignal generiert, dass jedoch kurz darauf durch das neue Tief im Abwärtstrend erst einmal obsolet wurde.

Die Chancen auf weiter steigende DAX-Notierungen bis zum Jahresende haben sich somit seit heute noch einmal kräftig verbessert.

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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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