Startet die Commerzbank digital durch?

Die Aktie der Commerzbank trägt einen großen Namen. Doch kann das Unternehmen dem gerecht werden? Neue Pläne weisen in die Zukunft. (Foto: josefkubes / shutterstock.com)

Erinnern Sie sich noch, als die Aktie der Commerzbank ein eher langweiliges Schwergewicht im DAX-Index war? – Diese Zeiten sind längst vorbei.

Mindestens 1x jährlich machen teils obskure Pleitegerüchte die Runde und mehrmals im Jahr klettert die Aktie an 1 Tag um mehr als 10%.

Zwar geht es auch bei der Deutschen Bank hoch her, doch hat die Commerzbank ganz eindeutig den Titel der launischen Diva im DAX verdient.

Doch jede Achterbahnfahrt ist einmal zu Ende. Kommt die Bank gestärkt aus der Krise?

Commerzbank – Ein Kurzportrait

Die Commerzbank wurde 1870 gegründet und ist heute das zweitgrößte Kredit-Institut Deutschlands.

Die Universalbank ist in die folgenden ereiche untergliedert

  • Privatkunden,
  • Mittelstandsbank,
  • Mittel- und Osteuropa,
  • Corporates & Markets,
  • Asset Based Finance
  • sowie Portfolio Restructuring Unit.

Weitere Attribute:

  • Partnerschaft mit dem italienischen Versicherer Assicurazioni Generali
  • Akquisition der Eurohypo im Jahr 2006
  • Akquisition der Dresdner Bank im Jahr 2009

Attraktives Risikoprofil spricht für Commerzbank

Die Geschäfts-Entwicklung 2016 war von einem niedrigen Zinsniveau und einem volatilen Kapitalmarkt geprägt.

Dennoch hat die Commerzbank mit 1,44 Mrd. € ein solides operatives Ergebnis erzielt.

Im Segment Privat- und Unternehmerkunden konnten rund 320.000 Kunden neu hinzugewonnen werden.

Das Neugeschäft in der Baufinanzierung lag bei leicht erhöhter Marge annähernd auf dem Niveau des Vorjahres.

Beim Absatz von Konsumenten-Krediten gab es einen Volumen-Anstieg um rund 31%. Und im Vorsorge-Geschäft konnte die Bank ebenfalls erfreuliche Zuwächse erzielen.

Die Commerzbank ist gut ins neue Jahr gestartet und hat im 1. Quartal 2017 ordentliche Ergebnisse erzielt:

Das operative Ergebnis verbesserte sich von 282 auf 314 Mio. € und die Einnahmen erhöhten sich um 2,2% auf 2,37 Mrd. €.

Diese positive Entwicklung beruhte auf gestiegenen Provisions-Überschüssen aus höheren Volumina in Wertpapier-Produkten.

Der Anstieg der Risiko-Vorsorge von 148 auf 195 Mio. € lag an der erhöhten Risiko-Vorsorge für Schiffs-Finanzierungen.

Die im europäischen Vergleich gute Quote für Problem-Kredite von 1,5% spiegelt das gesunde Risiko-Profil der Bank wider.

Nach Abzug von Steuern und Minderheits-Anteilen steigerte die Commerzbank den Gewinn um 28,4% auf 217 Mio. €.

Neue Strategie verspricht keine schnellen Ergebnisse

Mit der im September 2016 vorgestellten Strategie „Commerzbank 4.0“ will sich das Bankhaus für die Zukunft fit und profitabel machen.

Dazu soll das Geschäftsmodell in den nächsten Jahren konsequent fokussiert, digital transformiert und die Effizienz gesteigert werden.

Allerdings bleibt das Marktumfeld für Banken schwierig.

Um auf die Aktie der Commerzbank zu setzen, muss man schon gute Nerven haben. Eine attraktive Dividende fließt hier noch lange nicht!

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.