Startet diese Aktie durch?

Schnell mal zum Shoppen nach London oder gar New York? Zahlreiche Fluglinien und günstige Konditionen machen es möglich. Geben Sie es zu! Auch Sie sind während der vergangenen fünf Jahre sicher häufiger geflogen als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren.

Selbst Flugmuffel kennen heute engagierte Meilensammler, die sich öfter mal einen Wochenend-Trip in die Sonne oder zum Einkaufen gönnen. Das bekannteste deutsche Luftfahrt-Unternehmen ist mit Abstand Lufthansa. Doch Lufthansa hat in den letzten Jahren oftmals mit Streiks auf sich aufmerksam gemacht. Wie schlägt sich das Unternehmen fundamental?

Positive Signale vom Ölpreis

Die Deutsche Lufthansa zählt im Rahmen der Star Alliance mit zu den ganz großen Airlines. Rund 250 Beteiligungsund Tochtergesellschaften (u.a. Austrian Airlines, Swiss, Germanwings sowie Condor) bilden den Weltkonzern.

Bordverpflegung, Wartung und Informationsdienste für Dritte sind weitere Aktivitäten neben dem Passagier- und Frachtgeschäft. Die Konzernflotte umfasst 610 Flugzeuge.

Gute Zahlen im 3. Quartal werden der Lufthansa zum besten operativen Jahresergebnis in der Unternehmensgeschichte verhelfen. Niedrige Öl- und Kerosinpreise sowie günstige Wechselkurseffekte beflügeln die Lufthansa. Die Nordsee-Ölsorte Brent vergünstigte sich 2015 um 40%.

Hohe Passagierzahlen und Kapazitätsauslastungen im wichtigen Sommergeschäft deuten darauf hin, dass die strategische Neuausrichtung Früchte trägt. Germanwings erreichte die Gewinnschwelle, und auch die Servicegesellschaften Lufthansa Technik und LSG Sky Chefs erzielten Gewinnzuwächse.

Unterm Strich standen ein Gewinnplus von 41,5% und ein Umsatzzuwachs von 5,4%. 2016 steht der Konzern vor weiteren großen Herausforderungen.

Kunden müssen mit Streiks leben

Eurowings soll als Zweitmarke und Konkurrenz zu den Billiganbietern Ryanair und Easyjet stärker etabliert werden; mit den entsprechenden Risiken der Markenspreizung der Marke Lufthansa. Die Kostenstrukturen müssen weiter verbessert werden, um der Billigkonkurrenz in Europa und aus Asien die Stirn bieten zu können.

Kostensenkungen in Höhe von 1 Mrd € sind für 2016 anvisiert. Und der wichtigste Faktor: Die Spaltung des Konzerns zwischen dem Management und der Belegschaft muss behoben werden. Streiks unterschiedlicher Belegschaften scheinen bei der Lufthansa ein integraler Bestandteil zu Lasten der Kunden geworden zu sein.

Lufthansa nutzte die Ölpreisschwäche und konnte sich über Hedging-Geschäfte für 2016 und 2017 bereits günstige Kerosinpreise sichern. Wir heben unsere Gewinnprognose daher an. Die Aktie halten wir aber dennoch nur für durchschnittlich. Wenn Sie kein Investment im Luftfahrt-Sektor suchen, sollten Sie von der Aktie Abstand nehmen.

7. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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