Startet jetzt das DAX-Comeback?

Zu Beginn dieser Woche standen die Finanzmärkte einmal mehr im Zeichen der Politik.

Der DAX hat die Tatsache, dass das Verfassungs-Referendum in Italien abgelehnt wurde, nicht nur gut verkraftet. Der deutsche Leitindex verzeichnete sogar deutliche Aufschläge.

Politische Unsicherheit

Eine allzu große Überraschung war es nicht mehr, dass die Volksabstimmung über die umfangreichste Verfassungs-Reform seit 70 Jahren in Italien mit einem „No“ endete.

Bereits im Vorfeld deutet alles darauf hin. Und diesmal lagen die Meinungs-Umfragen – anders als beim BrExit und der US-Wahl – richtig:

Wie erwartet, kündigte Premierminister Matteo Renzi nach der Niederlage seinen Rücktritt an.

Für eine positive Überraschung sorgte dagegen die Wahl zum Bundespräsidenten in Österreich:

Dort behielt der Grüne Alexander van der Bellen gegenüber dem FPÖ-Politiker Norbert Hofer unerwartet deutlich die Oberhand – ein Rückschlag für die Rechtspopulisten.

Dies sorgte für Entspannung unter den Anlegern, die sich wieder aus der Deckung trauten. Die Reaktion zeigt auch, dass Unsicherheit nun einmal das ist, was die Börsianer am wenigsten mögen.

Bereits nach der US-Wahl war es zu einem unerwarteten Freudensprung gekommen, obwohl die „Wunschkandidatin“ Hillary Clinton überraschend verloren hatte.

Fundamentale Daten rücken in den Vordergrund

Im zu Ende gehenden Jahr 2016 standen die Aktienmärkte wie selten zuvor im Bann der Politik. Zunächst der BrExit, dann die US-Wahl und jetzt das „Renzirendum“.

In den vergangenen Monaten bremsten immer wieder politische Entscheidungen die Börsen aus.

Im kommenden Jahr steht die Bundestagswahl auf der Agenda. Bis dahin geht jedoch noch einige Zeit ins Land.

Daher sehe ich gute Chancen, dass die Politik nun erst einmal in den Hintergrund rückt und die Anleger sich endlich auf fundamentale Daten konzentrieren.

Dividenden-Ausschüttungen auf Rekordniveau

Und die sehen alles andere als schlecht aus. Von Juli bis September haben die 30 DAX-Unternehmen operativ so viel verdient, wie nie zuvor in einem 3. Quartal.

Die Aktionäre dürften sich im kommenden Jahr auf rekordhohe Dividenden-Ausschüttungen freuen.

Dem gegenüber steht eine ausgesprochen günstige Bewertung. Das durchschnittliche Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) im DAX liegt bei 13 – und damit unter dem historischen Durchschnitt.

Hier ist reichlich Luft nach oben – zumal Anleihen weiterhin unattraktiv sind.

Die Marktrenditen haben gegenüber ihren Tiefs zuletzt zwar ein wenig angezogen. Eine nachhaltige Zinswende ist auf absehbare Zeit aber nicht in Sicht.

Festverzinsliche Anlagen sind also nach wie vor keine ernsthafte Alternative zu Aktien. Vor diesem Hintergrund sehe ich gute Chancen, dass der DAX bald die Handbremse löst.

Kann sich der Index aus der zähen Seitwärts-Bewegung der vergangenen Monate befreien, fällt der Startschuss für eine kräftige mittelfristige Trendbewegung. Viel spricht dafür.

7. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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