Statistik spricht für gutes Börsenjahr 2019

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Neben einer interessanten Statistik sprechen auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dafür, dass 2019 ein gutes Jahr für deutsche Aktien wird. (Foto: Freedomz / shutterstock.com)

Das Börsenjahr 2018 liegt nun schon einige Tage hinter uns. Ich habe Ihnen an dieser Stelle schon geschrieben, dass ich Sie mit großen Jahresrückblicken und konkreten DAX-Prognosen für 2019 (die ohnehin nur Kaffeesatzleserei sind) verschone.

Der Grund für letzteres ist einfach: Ich kann keine kurzfristigen Börsenentwicklungen vorhersehen und enthalte mich daher auch konkreten Prognosen, wie das Börsenjahr 2019 ausfallen wird. Allerdings habe ich eine Meinung zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und ein gewisses Faible für Statistiken.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Wir wissen heute, dass die allermeisten Anleger das Jahr 2018 im Vorfeld zu positiv gesehen haben. Ich bin mir aber sehr sicher, dass die allermeisten Anleger das Börsenjahr 2019 zu negativ sehen.

Anders ist jedenfalls nicht zu erklären, dass die Kurse in den vergangenen Wochen noch einmal so deutlich unter Druck geraten sind und sich viele Anleger auf sehr niedrigem Niveau (aus meiner Sicht vorschnell und zu unrecht) im großen Stil von ihren Aktien getrennt haben.

Die Faktenlage sieht ganz anders aus als die Gefühlslage bei den meisten Börsianern. Während an den Börsen derzeit eine Rezession (eine schrumpfende Wirtschaft in 2 aufeinender folgenden Quartalen) eingepreist wird, erwarten selbst die vorsichtigsten Konjunkturexperten im kommenden Jahr für die Weltwirtschaft ein Wachstum von 3% und für die deutsche Wirtschaft ein Wachstum von 1%.

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

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MDax: Nur ein Mal mehr als ein Verlustjahr in Folge seit 1980

Auch statistisch gesehen spricht sehr vieles dafür, dass wir 2019 ein gutes Börsenjahr erleben werden: So fällt beispielsweise statistisch klar auf, dass abgesehen von der Ausnahmezeit nach dem Platzen des Neuen Marktes, seit 1980 keinem DAX-Minusjahr ein weiteres DAX-Minusjahr folgte. Dies gilt noch mehr für die Aktien aus der 2. Reihe (also für Nebenwerte).

Einzelnen Verlustjahren im MDax folgten stets gute Börsenjahre. Dem Jahr 2011 (-12%) folgte 2012 ein Plus von 35%. 2008 (-43%) folgte 2009 mit +34% und 2010 mit +35%. Nur nach dem Platzen des Neuen Marktes 2002/2003 gab es bisher 2 Verlustjahre hintereinander, denen allerdings dann extrem starke Jahre mit +50%, +20%, +37% und +28% folgten.

Da Ende 2017 / Anfang 2018 nicht einmal ansatzweise Bewertungen zu sehen waren, die wir zu Zeiten des Neuen Marktes hatten, spricht die Statistik klar für ein gutes Börsenjahr für Aktien kleiner und mittelgroßer Unternehmen aus Deutschland.

Ein Börsenjahr mit derart niedrigen Schwankungen wie 2017 kann ich Ihnen jedoch für 2019 nicht in Aussicht stellen. Ich gehe davon aus, dass die Schwankungen vergleichsweise hoch bleiben werden. Davon sollten Sie sich aber nicht zu sehr beunruhigen lassen. Denn es spricht vieles dafür, dass 2019 ein gutes Jahr für deutsche Aktien wird.


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.