Statoil: Warum Großinvestoren die Aktie wieder ins Auge fassen

Der Ölpreis ist unter die Räder gekommen. Zwar ist sind die Tiefstkurse vorerst Geschichte, doch das Bild eines begehrten Rohstoffs zeichnet die Preiskurve derzeit nicht. Dennoch kann man mit Öl Geld verdienen. Der Erfolg von Statoil zeigt, dass der Rohstoff noch immer gebraucht wird.

Statoil ASA wurde 1972 gegründet und ist der größte Öl- und Gaskonzern in den nordischen Ländern. Statoil ist weltweit in 34 Ländern präsent. Die wichtigsten Fördergebiete befinden sich in Brasilien, der Nordsee und der Barentssee. Der Konzern betreibt zudem 8 Raffinerien in Norwegen, Dänemark, Deutschland und Großbritannien.

Der niedrige Ölpreis ist auch an der erfolgsverwöhnten Statoil nicht spurlos vorbeigegangen. Doch es gibt Lichtblicke. Im 2. Quartal ist der Konzern in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt.

Bei einem Umsatz von 124,4 Mrd NOK schrieben die Norweger einen Gewinn von 10,1 Mrd NOK. Damit wurden die Markterwartungen deutlich übertroffen. Auch die Aktionäre können aufatmen. Sie erhalten eine stabile Quartalsdividende von 1,80 NOK pro Anteilsschein.

Dividendenrendite macht Statoil attraktiv

Verantwortlich für das gute Ergebnis waren starke Raffineriemargen, die die niedrigen Ölpreise zum Teil kompensieren konnten. Statoil hat aber auch die Kosten gesenkt und sich von Geschäftsanteilen getrennt.

Allein der Verkauf der Anteile an einem Projekt in Aserbaidschan spülte 12,3 Mrd NOK in die Kasse. Dennoch konnte die tägliche Öl- und Gasförderung um 4% auf 1,87 Mio Barrel gesteigert werden.

Statoil ist aber längst noch nicht aus dem Schneider. Eine Trendwende bei den Ölpreisen ist nicht in Sicht. Um die Wettbewerbsfähigkeit in diesem Umfeld langfristig zu sichern, wird der Sparkurs verschärft.

Zum einen werden die Investitionen in diesem Jahr um 3% auf 17,5 Mrd $ gekürzt, zum anderen stehen 1.500 Stellen zur Disposition. Mit diesen Maßnahmen will Statoil ab 2016 jährlich rund 1,7 Mrd $ einsparen. Statoil gehört schon wegen der hohen Dividendenrendite zu den attraktivsten Aktien im Ölsektor.

Wann greifen Institutionelle zu?

Einen Kursschub dürfte zudem die Ankündigung auslösen, ab 2016 in US-Dollar zu bilanzieren. Dadurch wird die Aktie für ausländische institutionelle Anleger interessanter, die bisher das Währungsrisiko gescheut haben.

Wir sind überzeugt davon, dass Statoil auf den Beobachtungslisten zahlreicher Anleger steht, es bleibt aber abzuwarten, wann die Bilanzierung in Dollar ab 2016 einen Effekt haben wird. Entwickelt sich der Gesamtmarkt gut, könnten einige Investoren bereits frühzeitig bei Statoil zugreifen. Bleibt die Lage unübersichtlich, eher nicht.

28. Oktober 2015

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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