Statt Europa der Einheit, ein Europa der Spaltung

Ihnen wird ein Europa der Einheit verkauft. Dabei ist es längst schon ein Europa der Spaltung. (Foto: Zoltan Gabor / Shutterstock.com)

Martin Schulz fordert bis zum Jahr 2025 die Vereinigten Staaten von Europa. Man könnte dahingehend auch von der EUdSSR sprechen.

Der SPD-Chef will damit die Nationalstaaten abschaffen, was quasi der Verlust ihrer Souveränität bedeutet.

Und das obwohl diese unteilbar ist und Freiheit, Eigenständigkeit, Selbstbestimmung und Unabhängigkeit bedeutet. Dieser Verlust käme einer Unterwerfung der Regierungen an Brüssel gleich.

Schuldensozialisierung bringt Streit und sät Zwietracht

Wir haben Ihnen aufgezeigt, dass ein EU-Superstaat auch die hiesigen Sozialleistungen und die Infrastruktur bedrohen; und zwar durch eine europäische Schuldensozialisierung. Sie als deutscher Steuerzahler sollen demnach für die Schulden geradestehen, die andere Länder verursachten oder selbst nicht zurückzahlen wollen.

Das alles bringt Streit und sät Zwietracht. Und dennoch wird Ihnen vorgegaukelt, dass der europäische Bundesstaat einem losen Staatenbündnis vorzuzuziehen ist.

Und zwar, weil Politiker wie Schulz, aber auch Merkel, Macron, Juncker und andere genau das wollen – und längst schon planen.

Statt Europa der Einheit, ein Europa der Spaltung

So sieht diese ach so tolle EU wirklich aus: Das durch verschiedene Verträge und durch die Gemeinschaftswährung vereinte Europa entwickelte sich zunehmend zu einem reichen Nordteil und einem armen Südteil. Oder anders ausgedrückt: zu Geber- und Nehmerländern.

Anstatt dass Europa wirklich zusammenwächst, wird es immer mehr ein Europa der Regionen. Denn überall sind separatistische, nationalistische Bestrebungen im Gange, die den Zusammenhalt der Union gefährden.

Das jüngste Beispiel ist gewiss die Auseinandersetzung zwischen dem Madrider Zentralstaat und der aufmüpfigen Region Katalonien in Spanien.

Die EU-Widerständler: Briten und Osteuropäer

Oder denken Sie nur an den Brexit, den Austritt Großbritanniens aus der EU. Wer hätte das vor wenigen Jahren noch gedacht? Von wegen also europäische Einheit. Die EU hat Europa gespalten.

Aber auch die osteuropäischen EU-Staaten lassen sich von Brüssel längst nicht mehr bevormunden. Als Beispiel dient die Flüchtlingsverteilung, die ihnen aufgedrückt werden soll, die sie aber ablehnen. Jetzt werden sie für diese Haltung sogar bestraft.

Kein Wunder also, dass sich die Osteuropäer wirtschaftlich zunehmend Russland und China zuwenden.

Dennoch: Die Vereinigten Staaten von Europa sind schon jetzt beschlossene Sache: Auch ohne Polen, Ungarn oder Tschechien.

Die Historie zeigt – ein Superstaat scheitert

Selbst Ex-BDI-Präsident Heinrich Weiss meinte dazu:

„Der Euro wurde gegen alle Erfahrungen als ein Hebel für die politische Einigung eingeführt. Inzwischen sehen wir, dass die dadurch entstandene Krise eher zur Spaltung als zur beschleunigten Einigung Europas führt.“

Die Geschichte hat gezeigt, dass Superstaaten zumeist scheitern. Denken Sie in diesem Zusammenhang nur an das antike Heilige Römische Reich Deutscher Nation, das gewalttätige Auseinanderbrechen der einstigen Staatengebilde des ehemaligen Jugoslawien und der Sowjetunion in einzelne, souveräne Nationalstaaten.

Da zeigte sich genau das Gegenteil: Der Zusammenbruch eines Superstaates und die Rückführung in die Nationalstaaten.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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