Steht der Dienstleistungssektor vor der nächsten Revolution?

Krisenmeldungen oder Konjunkturschwächen machen sich kaum im Dienstleistungssektor. 3 von 4 sozialversicherungspflichtigen Erwerbstätigen arbeiten im Dienstleistungssektor. (Foto: George Sheldon / Shutterstock.com)

Der Dienstleistungssektor wächst und wächst.

Krisenmeldungen oder Konjunkturschwächen machen sich kaum in der operativen Geschäftsentwicklung bemerkbar. In Deutschland werden rund 70% der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung im Dienstleistungssektor erwirtschaftet.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes arbeiten 3 von 4 sozialversicherungspflichtigen Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor. Neben Verkehr, Handel und Gastgewerbe nahm die Zahl der Unternehmensberatungen deutlich zu. Durch den Strukturwandel wird sich dieser Trend in Zukunft noch verstärken.

Dabei spielt das Internet und die Digitalisierung unseres alltäglichen Lebens eine entscheidende Rolle. In Fachkreisen spricht man schon von einer Revolution. Klassische Dienstleistungsangebote können teils vollständig digitalisiert im Internet angeboten werden.

Andauernder Erfolg, letzte Chance …

CEWE Stiftung & Co KGaA hat mit dem digitalen Geschäft beeindruckende Erfolge erzielt. Angefangen hat es mit dem Foto-Finishing, also mit den Fotobüchern, die oft auch auf Ihrem Flugticket beworben werden. Kurze Zeit später konnten auch Tassen, Kalender oder Kopfkissen mit den persönlichen Urlaubsfotos bedruckt werden – das perfekte Geschenk auf einen Klick.

Dazu wird gezielt in den Ausbau und die Vermarktung seiner professionellen Druck- Angebote investiert. Darunter fallen Flyer, Broschüren oder Visitenkarten. Hauptzielgruppe sind Geschäftskunden.

Amadeus FiRe profitiert gleich doppelt vom digitalen Geschäft. Einerseits sind Fachkräfte im IT-Bereich gefragter denn je. Das Vermittlungsaufkommen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Zum anderen verfügt Amadeus über eine riesige Datenbank.

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Diese fungiert als digitales Vermittlungsraster und gleicht die Nachfrage nach bestimmten Fachkräften mit den zur Verfügung stehenden Arbeitnehmern ab. Diese Datenbank liefert die entscheidenden Wettbewerbsvorteile und macht Amadeus zum erfolgreichsten deutschen Personalvermittler.

Dagegen sieht die Apollo Group seine letzte Chance im Internet-Geschäft. Immer weniger Studenten möchten an der Phoenix University studieren. Mit dem Ausbau der Online-Studiengänge soll jetzt auch ausländischen Studenten die Möglichkeit gegeben werden, einen Abschluss an einer renommierten US-Uni zu erhalten.

… oder schon der Abstieg?

eBay Inc. hat sich mit Rekordgeschwindigkeit zum weltweit größten Auktionshaus entwickelt. Doch die guten Jahre sind vorbei. Das eigentliche Kerngeschäft befindet sich im freien Fall. Der Gewinn brach fast vollständig ein, und eBay konnte sich nur knapp vor der Verlustzone retten. Vor allem die teure Umstrukturierung hat das Zahlenwerk belastet.

Bei der Bezahldienst-Tochter Paypal lief es zwar deutlich besser. Allerdings soll der Unternehmensbereich noch in diesem Geschäftsjahr vollständig abgespalten und selbstständig an die Börse gebracht werden.

Auch bei der Jobbörse Monster Worldwide ging es bergab. Trotz der verbesserten Welt-Konjunktur und der günstigen Arbeitsmarktlage in den USA musste ein Umsatzrückgang von fast 5% verkraftet werden.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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