Schoeller-Bleckmann Oilfield (SBO): Steht die Aktie vor dem Comeback?

Schoeller-Bleckmann Oilfield (SBO): Die Zahlen sind positiv, doch der Kurs hinkt hinterher – Chance oder Falle? Hier unsere Analyse: (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Öl sprudelt nicht überall aus dem Boden. Selbst in Saudi-Arabien ist es gar nicht mehr so einfach das „Schwarze Gold“ zu fördern.

Immer komplexere Verfahren müssen herhalten, um den Schmierstoff für die Weltwirtschaft zu akzeptablen Preisen ans Tageslicht zu fördern.

An dieser Stelle kommen Unternehmen wie Schoeller-Bleckmann ins Spiel.

Schoeller-Bleckmann Oilfield (SBO) im Kurzportrait

Schoeller-Bleckmann Oilfield (SBO) ist einer der führenden Anbieter auf dem Gebiet der Hochpräzisions-Teile für Richtbohr-Technologie der Ölfeld-Ausrüstungs-Industrie.

Schwerpunkt sind die Herstellung und der Vertrieb von amagnetischen Bohrstrang-Komponenten.

Zudem liefert SBO Bohrmotoren für die Ölfeld-Service- und die Tiefbau-Industrie sowie Bohrwerkzeuge. Abgerundet wird das Spektrum durch Reparatur- und Wartungs-Dienstleistungen.

Die Zahlen stimmen wieder

Das Branchen-Umfeld der Oilfield-Service-Industrie zeigte in den USA starke Erholungs-Tendenzen, während das internationale Umfeld stagniert.

SBO profitierte von ihrer starken Positionierung auf dem nordamerikanischen Markt und legte bei Umsatz und Auftrags-Eingang deutlich zu.

So hat die Firma den Umsatz im 1. Halbjahr um 54,2% auf 135,7 Mio. € gesteigert. Der Auftrags-Eingang hat sich auf 150 Mio. € verdoppelt.

Der gestiegene Umsatz spiegelt sich auch im operativen Ergebnis (EBIT) wider, das sich von –36,2 Mio. € im 1. Halbjahr 2016 auf –3,6 Mio. € verbesserte.

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SBO hat auch in den Krisenjahren konsequent ihre Strategie umgesetzt, das Segment Oilfield Equipment erweitert und die Präsenz in Nordamerika ausgebaut.

Davon profitiert der Konzern schon heute, denn in dieser Region läuft es wieder sehr gut. Besonders das 2. Quartal war stark.

Hier konnte SBO den Umsatz und das Ergebnis gegenüber dem Jahresanfang noch einmal deutlich verbessern: Erstmals seit 2 Jahren war das EBIT wieder positiv.

Die Eigenkapitalquote lag Ende Juni bei 51,1%. Der Bestand an liquiden Mitteln betrug 177,6 Mio. €.

Die solide Bilanz-Struktur ermöglicht es dem Unternehmen zeitnah auf Marktentwicklungen zu reagieren und da, wo es sinnvoll ist, zu investieren.

Derzeit investiert SBO in Nordamerika, wo im Segment Oilfield Equipment die Kapazitäten erweitert werden. Damit schafft man die Grundlage, um in vollem Umfang am Aufschwung teilzuhaben.

Was das für Aktionäre heißt

Schoeller-Bleckmann hat endgültig die Talsohle durchschritten. Doch für uns reicht das noch nicht; erst muss das Unternehmen diesen Trend bestätigen!

Wir glauben nicht, dass die Aktie in den nächsten Monaten mit dem Gesamtmarkt mithalten kann und raten daher dazu, vorerst an der Seitenlinie zu bleiben.

Schlaue Anleger bleiben durch uns informiert, halten sich aber von der Aktie noch fern.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.