Steht Gold vor dem nächsten großen Einbruch?

Gold läuft zum 3. Mal an die obere Begrenzung und prallt davon nach unten ab. Wie werden die Kurse in den nächsten Tagen verlaufen? (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Das hätte auch Nostradamus hinbekommen – Gold läuft zum 3. Mal an die obere Begrenzung und prallt davon nach unten ab.

Wie werden die Kurse in den nächsten Tagen verlaufen?

Gold – Chartmuster ist bärisch

  • Im März gab es das Tief,
  • im April das Hoch,
  • im Mai ein Zwischentief,
  • im Juni ein neues Hoch
  • und im Juli wieder ein Tief.

Aktuell haben wir August – also müsste ein Hoch anstehen. Das ist auch geschehen: Am 18. August wurde intraday ein neues Jahreshoch erreicht.

Danach verlaufen die Kurse in etwa wie im April. Es gibt noch ein kurzes Aufbäumen, das Hoch wird aber nicht mehr erreicht.

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Vor allen Dingen wurde auch die Marke bei 1.300 US-Dollar erreicht und sofort wieder abverkauft.

Dass die Goldpreise aus dem eingezeichneten Aufwärts-Kanal ausbrechen, ist sehr unwahrscheinlich.

Da müsste schon geopolitisch wieder etwas mit den Banken oder Öl geschehen, um eine kleine Kaufpanik beim Edelmetall zu verursachen.

Derzeit wirkt es eher so, als könnten wir uns wieder auf sinkende Goldpreise gefasst machen.

RSI bestätigt teilweise

Natürlich sollten Sie nie nur einen Indikator für Ihre Trades verantwortlich machen.

Wir sehen zumindest, dass der RSI in der Vergangenheit auch schön zwischen seinem roten und grünen Bereich gependelt hat.

Der obere Bereich wurde mit dem Hoch Mitte August erreicht – allerdings hält sich der Indikator noch recht stabil oben.

Ein allzu identischer Verlauf wie im April ist also nicht unbedingt zu erwarten. Dazu zögert sich das Kursmuster auch etwas hinaus.

Dennoch: Wenn die Kurse jetzt nach unten drehen sollten – und mit ihnen der RSI –, wäre das alles andere als überraschend.

Für Sie als Spekulant braucht es aber hoffentlich noch mehr als nur meinen Chart, der den kommenden Kursverlust theoretisch erklärt.

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Überlegen Sie selbst, ab welchem Zeitpunkt es für Sie deutlich genug wäre, dass Sie Ihr Geld auf fallende Goldpreise setzen!

Das könnten Tages-Schlusskurse unter einem gewissen Bereich sein oder andere Indikatoren, die Sie für Ihre Analyse benutzen.

Wichtig ist: Sie sollten wissen, warum Sie investieren!

Nur darauf zu spekulieren, dass dieses Muster weiterhin Bestand hat und die Kurse Richtung 1.230 US-Dollar fallen könnten, wäre etwas zu mutig.

Wir brauchen noch ein eindeutiges Signal, dass fallende Kurse – und v. a. einen Einstieg – ermöglicht.

Was wäre, wenn…?

Spielen wir noch das Gegenteil durch:

Was wäre, wenn Gold plötzlich über die 1.300 US-Dollar pro Unze klettert? – Nun, ein Tages-Schlusskurs über dieser Zahl wäre ein 1. wichtiger Schritt.

Ich würde allerdings immer noch nicht alles auf die Bullen setzen, denn ein Fehlausbruch ist immer noch möglich.

Außerdem haben wir noch einen Widerstand bei rund 1.322 US-Dollar – von der US-Wahl im Herbst 2016.

Die Marke müsste auch überwunden werden, und letztlich ist nicht viel Platz von 1.300 – 1.322.

Somit würde der Trade sich nicht einmal sonderlich lohnen, wenn Sie nur diese kurze Distanz spielen möchten.

Ein mittelfristiges Heranlaufen an diesen Bereich ist durchaus realistisch; doch eher in dem eingezeichneten Trendkanal, als jetzt durch einen sofortigen Ausbruch nach oben.

Wie gesagt: vorausgesetzt, es gibt keine geopolitischen News, die den Preis künstlich steigen lassen!

So ist es eher möglich, dass die Kurse noch einmal fallen und wir gegen Ende des Jahres die 1.300 US-Dollar nachhaltig knacken, vielleicht auch schon davor.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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